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Weniger ist mehr: Vierflügelige Vögel waren Auslaufmodell

Ein neuer Fossilfund untermauert die bisher umstrittene Theorie, dass die ersten Vögel noch vier Flügel hatten und sich erst später zu gewandten Fliegern mit zwei Flügeln entwickelt haben. Zwei chinesische Paläontologen entdeckten an den Beinen eines im Nordosten Chinas gefundenen, mehr als 124 Millionen Jahre alten Vogelskeletts lange Federn. Das Fossil beschreiben Fucheng Zhang und Zhonghe Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 431, S. 925).

Der noch nicht benannte Vogel gehört zur ausgestorbenen Gruppe der Enantiornithes. Diese frühen Vögel waren bereits geschicktere Flieger als der Archaeopteryx
und konnten sich besser in der Luft halten als alle bekannten gefiederten Dinosaurier. Dabei halfen ihnen die Federn an ihren Hinterbeinen, die zwar schlechte aerodynamische Eigenschaften besaßen, aber die Steuerung im Flug unterstützten. Während moderne Vögel sich mit dem Schwanz ausbalancieren, konnten die Vertreter der Enantiornithes vermutlich mithilfe der Beinfedern manövrieren, schreiben die Paläontologen.

Die Schwanzfedern des neu entdeckten Fossils waren im Vergleich zu denen moderner Vögel sehr kurz. Eine mögliche Erklärung dafür ist nach Ansicht der Forscher, dass sich das Exemplar zum Zeitpunkt seiner Versteinerung gerade in der Mauser befunden hat. Bei dem kurzen Schwanz könne es sich jedoch auch um ein Merkmal handeln, aus dem sich im Lauf der Evolution der aerodynamisch geformte Schwanz moderner Vögel entwickelt hat. Fossilfunde des Microraptors, eines Dinosauriers, der Flugfedern auf allen vier Gliedmaßen besaß, und die Vermutung, dass auch der Archaeopteryx befiederte Beine hatte, stützen ebenfalls die Hypothese, dass die ersten Vögel vier Flügel hatten.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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