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Astronomie+Physik

Wenn die Sonne zweimal aufgeht

Planeten bei Doppelsternen sind mindestens so häufig wie bei einzelnen Sonnen, wie eine Auswertung neuer Daten des Spitzer-Weltraumteleskops der NASA ergab. Das widerspricht den bisherigen Theorien zur Planetenentwicklung.

Zwar gehören rund 50 der über 200 bekannten Planeten bei anderen Sternen zu einem Doppelsternsystem. Doch sie umkreisen nur einen der beiden Sterne, und der Abstand zwischen diesen Sternen beträgt meist über 150 Milliarden Kilometer – die tausendfache Distanz zwischen Erde und Sonne.

Nun haben David Trilling von der University of Arizona in Tucson und seine Kollegen mit dem Infrarotteleskop Spitzer 69 junge Doppelsterne ins Visier genommen, die 50 bis 200 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Ergebnis: Rund 40 Prozent von ihnen besitzen Gas- und Staubscheiben – die typischen Orte der Planetenentstehung (bild der wissenschaft 6/2006, „Wie bilden sich Planeten?“). Dieser Prozentsatz ist sogar höher als bei vergleichbaren Einzelsternen. Doch die größte Überraschung war: Die Scheiben sind bei engen Doppelsternen besonders häufig. Rund 60 Prozent von ihnen besitzen welche. Und: Die Scheiben umgeben stets beide Sterne. Wenn dort Planeten entstehen, hätten mögliche Lebensformen künftig das Vergnügen von doppelten Sonnenaufgängen – wie auf dem Planeten Tatooine im Film „Krieg der Sterne“.

Die Spitzer-Daten zeigen auch, dass nicht alle Doppelsterne planetenfreundliche Orte sind. Bei Stern-Distanzen vom 3- bis 50-Fachen der Entfernung von Sonne und Erde gibt es keine Gas- und Staubscheiben. Dort führen die komplexen Schwerkraft-Verhältnisse vermutlich zu Instabilitäten, die eine Verdichtung der Materie verhindern. Das Fazit: Doppelsterne können Geburtsstätten für Planeten sein – aber nur dann, wenn sie sich sehr nahe sind oder auf große Distanz gehen.

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