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Wie die Vögel fliegen lernten

Ein amerikanischer Biologe hat eine neue Theorie aufgestellt, wie die Vorfahren der Vögel die ersten Schritte in Richtung Fliegen unternommen haben. Demnach halfen flügelähnliche Vordergliedmaßen manchen Dinosauriern dabei, starke Gefälle zu erklimmen oder auch den Abstieg eines steilen Hanges besser zu kontrollieren. Diese These erklärt Kenneth Dial von der Universität Montana in der Fachzeitschrift „Science“ (Bd. 299, S. 402).

Auf diese Theorie kam Dial durch Beobachtungen an Laufhühnern. In der freien Natur schaffen es die flugunfähigen Bodenvögel, mithilfe ihrer Flügel enorm steile mitunter fast senkrechte Hänge zu bezwingen. Ab einer Steigung von etwa 45 Grad setzen die Tiere ihre Flügel ein. Schnelles Flattern unterstützt sie dabei, die Füße auf dem Boden zu halten ? ähnlich wie ein Spoiler auf einem Rennwagen das Auto auf den Boden drückt. Hühner mit gestutzten Federn schaffen dagegen keine derart extremen Steigungen, beobachtete Dial.

Auch die befederten Vorderextremitäten mancher kleinerer Dinosaurier könnten genau diese Aufgabe gehabt haben, spekuliert der Biologe. Das Flattern unterscheidet sich deutlich vom normalen Fliegen und erzeugt völlig andere Kräfte. Doch leichte Veränderungen in den Bewegungen könnte es den Tieren durchaus erlaubt haben, sich kurz in die Luft zu erheben oder einen Hang sicherer hinabzurennen. Aus diesen Anfängen könnte sich schließlich auch das richtige Fliegen entwickelt haben, spekuliert der Biologe.

Experten vermuten, dass sich die Vögel vor mehr als 200 Millionen Jahren aus den Dinosauriern entwickelt haben. Bisher hatten Biologen und Paläontologen allerdings Schwierigkeiten, das fehlende Glied zwischen Dinosauriern und Vögeln zu erklären. Dials Theorie fügt nun einen möglichen Zwischenschritt hinzu, der die diese Lücke erklären könnte.

ddp/bdw – Cornelia Pfaff
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