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Astronomie+Physik

Wie ein Stück Sonne auf die Erde kommt

Die Nasa-Mission Genesis kommt in zweieinhalb Wochen zu einem spektakulären Abschluss: Die mit Sonnenstaub gefüllte Landekapsel der Genesis-Raumfähre soll in einer filmreifen Aktion von erprobten Hollywood-Stuntmen vom Hubschrauber aus aus der Luft gefischt werden.

Am 8. September ist es soweit: Dann wird die Genesis-Sonde nach 27-monatiger Mission beim Vorbeiflug an der Erde die Kapsel abwerfen. Ein erster Bremsschirm soll sich in 31 Kilometern Höhe über der „Utah Test and Training Range“ der U.S. Air Force südwestlich von Salt Lake City öffnen, ein zweiter in 6 Kilometern Höhe. In der Luft warten in unterschiedlicher Höhe zwei Hubschrauber mit jeweils drei Mann Besatzung. Sie sollen die Kapsel mit einer etwa sechs Meter langen, am Ende mit einem überdimensionalen Angelhaken versehenen Stange einfangen, wenn sich der Fallschirm etwa zweieinhalb Meter unterhalb der Kufen des Helikopters befindet. „Nach unserer Schätzung haben wir insgesamt fünf Versuche, um die Kapsel zu erwischen“, sagt Roy Haggard, Leiter des Flugmanövers.

Durch das Einfangen in der Luft soll vermieden werden, dass der empfindliche Inhalt der Kapsel zerbricht. Die Genesis-Fähre bringt zum ersten Mal seit der Apollo-12-Mission vor 32 Jahren außerirdisches Material zur Erde zurück. 27 Monate lang war die Raumsonde jenseits der Mondbahn unterwegs, um Teilchen aus dem Sonnenwind einzufangen. Als himmlisches Gefängnis dienten sechseckige Wafer aus reinem Silizium, Gold, Diamant, Saphir und anderen Materialien. Würden die Platten auf dem Boden aufschlagen, könnten einige zerbrechen, befürchtet der Forscher Don Burnett vom California Institute of Technology in Pasadena.

Obwohl die beteiligten Stuntmen schon in einigen der größten Hollywood-Produktionen mitgearbeitet haben, ist die Genensis-Kapsel der eigentliche Star der Aktion, sagt Burnett: „Mit diesen Teilchen von der Sonne können wir die Zusammensetzung der Sonne mit nie gekannter Präzision bestimmen.“

Ute Kehse
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