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Astronomie+Physik

Wie sich eine Supernova ernährt

Eine internationale Gruppe von Astronomen hat herausgefunden, wie gewaltige Sternenexplosionen, so genannte Supernovae, mit Treibstoff versorgt werden können: Zumindest bei der Supernova 2006X bestand das Treibstoffreservoir aus einem Roten Riesen, der einen stetigen Strom von Materie an den explodierenden Weißen Zwerg abgab. Auf diese Weise konnte die für den Ausbruch nötige Kernfusion eingeleitet und danach aufrechterhalten werden. Die Forscher weisen allerdings daraufhin, dass im Laufe ihrer Studie nur diese eine Supernova untersucht wurde, so dass nicht notwendigerweise ein Roter Riese hinter jeder Supernova stecken muss.

Da Supernovae im Vergleich zu anderen Himmelskörpern eine extrem hohe Helligkeit, oftmals von mehreren Milliarden Sonnen, aufweisen, werden sie von Astronomen zur Ausmessung von Entfernungen im Weltall eingesetzt. Daher ist es für die gesamte Astronomie von großer Bedeutung, ihre Dynamik und Fluktuationen ihrer Helligkeit zu verstehen, so Ferdinando Patat von der Europäischen Südsternwarte.

Sein Team untersuchte über den Zeitraum eines Jahres hinweg eine unter dem Namen 2006X geführte Supernova mithilfe eines Teleskops der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile. Dabei studierten die Forscher Helligkeitsschwankungen einer Absorptionslinie des Elements Natrium im Spektrum der Supernova. Diese Absorptionslinie wird durch Materie ausgelöst, die in der Sichtlinie zwischen der Supernova und der Erde liegt und durch die Gravitationskraft des hinter der Supernova steckenden Weißen Zwergs in das Zentrum der Supernova hineinströmt. Patat zu Folge ergab eine genaue Analyse der Spektren, dass diese Materie von einem benachbarten Roten Riesen abgegeben wurde.

Die Forscher vermuten, dass der Rote Riese schon vor dem Ausbruch der Supernova Materie an den Weißen Zwerg abgab und somit den für das Einsetzen der Kernfusion kritischen Anstieg der Materiedichte ermöglichte. Sie wollen nun Spektren weiterer Supernovae auf Anzeichen benachbarter Roter Riesen untersuchen.

Ferdinando Patat et al.: Science, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1126/science.1143005 Stefan Maier
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