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Wo die Erde bebt

Es ist ein Traum vieler Seismologen, Erdbeben ähnlich gut vorhersagen zu können wie das Wetter. Wo es am nächsten Tag bebt, ist bislang zwar so gut wie unmöglich zu prognostizieren, aber Forscher um John Rundle von der University of California in Davis haben es zumindest geschafft, eine nahezu korrekte Vorhersage für einen Zeitraum von zehn Jahren aufzustellen, berichtet die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa.

Im November 2002 veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences eine Karte von Kalifornien, in der sie Orte mit besonders hohem Erdbebenrisiko identifiziert hatten. An diesen Stellen sei die Gefahr für ein Erdbeben mit einer Magnitude von fünf oder mehr im Zeitraum zwischen 2000 und 2010 besonders hoch.

Bislang hat es 16 Erdbeben dieser Stärke gegeben, unter anderem eins, das sich am 18. September ereignete. 15 davon traten an Erdbeben-Hotspots auf Rundles Karte auf. „Wir sind begeistert, dass unsere Computermodelle eine Beziehung zwischen früheren und zukünftigen Erdbeben aufstellen konnten“, so der Forscher.

Rundle und seine Kollegen gaben Aufzeichnungen über Erdbeben in Kalifornien seit 1932 in ihre Modelle ein. Als Anzeichen für den Aufbau von Spannung in der Kruste gelten zum Beispiel gehäufte kleinere Beben an einer Verwerfung, oder das völlige Fehlen seismischer Aktivität. Die Erdbeben-Karte sei daher mehr als eine Zusammenstellung der Orte, wo es am häufigsten bebt, sagt Rundle.

Das einzige Beben, das die Forscher bislang verpassten, ereignete sich am 15. Juni 2004 im Meer in der Nähe von San Clemente Island. Rundle vermutet, dass fehlende Daten aus dieser Region die Ursache dafür sind, dass sie diese Region nicht als Gefahrenzone identifizierten.
Das Projekt von Rundle und seinen Kollegen ist Teil eines Nasa-Projekts zur Erdbebenvorhersage. Dabei werden auch Daten des Global Positioning System (GPS) und Radarmessungen des Erdbodens von Satelliten genutzt.

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Ute Kehse
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