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Astronomie|Physik

Zigarrengalaxie gibt Rätsel auf

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Die Herkules-Zwerggalaxie ist geformt wie eine Zigarre. (c) LBT Corporation
Astronomen haben schon mehrere Millionen Zwerggalaxien untersucht, aber keine davon ähnelt der Herkules-Zwerggalaxie. Das besondere an dem Milchstraßen-Anhängsel: Es ist geformt wie eine Zigarre, während alle anderen kleinen Galaxien mehr oder weniger kugelförmig sind. „Sie ist in jedem Fall ein besonderes, ja einzigartiges Objekt“, sagt Matthew Coleman vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.

Coleman und Kollegen nahmen die Herkules-Galaxie mit dem neuen Large Binocular Telescope unter die Lupe. Es ist das derzeit größte optische Teleskop der Welt und befindet sich auf dem 3190 Meter hohen Mount Graham im US-Staat Arizona. Das Teleskop ist sozusagen ein riesiges Fernglas: Es besteht aus zwei 8,40 Meter großen Spiegeln und ist so leistungsfähig wie ein Einzelteleskop mit einem 11,80 Meter großen Spiegel. Astronomen erwarten, dass das neue Teleskop, das derzeit noch mit speziellen Kameras und Vorrichtungen zur adaptiven Optik ausgestattet wird, bald völlig neue Möglichkeiten zur Erforschung von Planeten außerhalb des Sonnensystems und besonders weit entfernter Galaxien bieten wird.

Die Herkules-Galaxie, die 430.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist und aus nur 10.000 Sternen besteht, wurde erst in diesem Jahr bei einer anderen Studie entdeckt. Ihre merkwürdige Form trat aber erst durch den scharfen Blick des Large Binocular Telescope zutage. Nun rätseln Coleman und seine Kollegen über die Ursachen für die längliche Gestalt. Möglicherweise zerrt die Schwerkraft der Milchstraße an dem Sternenhaufen, vermuten die Forscher. Eine andere Satellitengalaxie unseres Milchstraßensystems, die Sagittarius-Zwerggalaxie, wird durch diese Kräfte tatsächlich verformt, allerdings ist sie dem Zentrum der Galaxis zehnmal näher als die Herkules-Zwerggalaxie.

„Die Herkules-Zwerggalaxie ist deshalb entweder völlig anders als irgendeine der Millionen anderen bislang studierten Galaxien, oder sie umkreist unsere Galaxis auf einem extremen, nahezu in das Zentrum ‚eintauchenden‘ Orbit“, sagt Matthew Coleman. Falls sich die Herkules-Galaxie auf einem solch exzentrischen Orbit befindet, könnte die Schwerkraft der Milchstraße die Satellitengalaxie wie ein Kaugummi auseinander ziehen.

Matthew Coleman (Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg) et al.: Astrophysical Journal Letters, im Druck Ute Kehse
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