Zwei Prozent Wasser - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Zwei Prozent Wasser

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Credit: NASA/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems
Ein Schäufelchen voll Marsboden wandert in den Bauch von Curiosity, dort wird das Material erhitzt und siehe da: Wasser verdampft – etwa zwei Prozent des Feinmaterials auf der Oberfläche des roten Planeten ist gebundenes Wasser. Das ist vermutlich das wichtigste Analyse-Ergebnis der ersten Probenahmen von feinem Oberflächenmaterial durch den NASA- Rover Curiosity.

Curiosity ist am 6. August 2012 im Gale Krater auf dem Mars gelandet. Die Sonde soll der Frage nachgehen: Gab es einst lebensfreundliche Bedingungen auf dem Planeten? Dazu ist Curiosity mit Instrumenten zum Sammeln und untersuchen von Gesteins- und Bodenproben ausgerüstet. Aktuell kam das Modul namens „Sample Analysis at Mars“ (SAM) zum Einsatz. Es umfasst einen Gaschromatografen, ein Massen- und ein Laserspektrometer.

 

Diese Instrumente lieferten die Informationen über die chemische Zusammensetzung der Materialprobe. Es handelte sich um Staub und feinkörniges Material, das Curiosity mit seiner Schaufel an einem sandigen Standort namens „Rocknest“ gesammelt hat. Das Modul SAM erhitzte das Probenmaterial anschließend auf 835 Grad Celsius, um den Analyseinstrumenten die Arbeit zu ermöglichen.

 

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„ Eines der spannendsten Ergebnisse ist der hohe Wasseranteil im Boden“, sagt Laurie Leshin vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, USA. „Etwa zwei Prozent des Marsbodens bestehen aus Wasser – das ist wissenschaftlich interessant, es handelt sich aber auch um eine nutzbare Ressource“. Zukünftigen Mars-Pionieren stehe damit eine leicht zugängliche und überall verfügbare Wasserquelle zur Verfügung: „Wenn wir Menschen zum Mars schicken, brauchen die dort nur ein bisschen Erde schaufeln, sie erhitzen und schon bekommen sie Wasser“, sagt Leshin.

 

Die Probe setzte durch das Erhitzen auch Kohlendioxid, Sauerstoff und Schwefelverbindungen frei, berichten die Forscher. SAM analysierte außerdem das Isotopenprofil des Wasserstoffs und des Kohlenstoffs. Isotope sind Varianten eines Elements, die sich durch die Neutronenzahl unterscheiden und damit auch durch ihr Atomgewicht. SAM stellte fest, dass das Isotopenprofil im Boden dem in der Atmosphäre des Mars gleicht, was nahelegt, dass sie stark mit einander interagieren. Vermutlich reagiert aufgewirbelter Staub mit den Gasen der Atmosphäre. „Mars hat eine globale Staubschicht aus Bodenmaterial, das durch Stürme immer wieder Durchgemischt wurde“, sagt Leshin. Die Zusammensetzung an einem bestimmten Ort entspricht deshalb vermutlich der überall auf dem Planeten.

 

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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♦ Ni|tros|a|mi|ne  auch:  Ni|tro|sa|mi|ne  〈Pl.; Chem.〉 durch Reaktion mit Salpetersäure entstandene Amine, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein ... mehr

Das neue Coronavirus wartet mit immer neuen Überraschungen auf. Es ist offensichtlich nicht nur eine schlimme Lungenerkrankung, sondern möglicherweise eine viele Organe schädigende systemische Erkrankung. Neuerdings gibt sogar Berichte über merkwürdige schwere Erkrankungsverläufe bei Kindern, die möglicherweise mit dem Coronavirus in Verbindung stehen.

Eine rasche Durchseuchung der gesamten Bevölkerung, um Herdenimmunität zu erreichen, wird derzeit wohl in keinem Land der Welt angestrebt. Zu groß ist die Angst davor, dass es dann zu apokalyptischen Szenen in den Krankenhäusern kommt, gegen die Bergamo noch harmlos wirkt. Neben der Hoffnung, ein wirksames und möglichst nebenwirkungsarmes Medikament zu finden, geht es daher vor allem auch darum, die Infektionszahlen hinreichend niedrig zu halten, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Daran arbeiten weltweit viele Forschergruppen. In China wurden bereits Rhesusaffen mit einem Totimpfstoff geimpft.

Bei Watson gab es dazu gestern eine etwas verkürzte Darstellung der Erläuterungen, die Christian Drosten dazu gegeben hatte:

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„Was genau ein Totimpfstoff ist, erklärt Drosten dann auch noch: Es handle sich um einen Impfstoff, bei dem Viruszellen abgetötet und mit einem Hilfsstoff versetzt zu einem Präparat gemacht werden. Das heißt: Im Grunde wird das Virus selbst genommen, um daraus ein Gegenmittel herzustellen. Klingt einfach, und ist es laut Drosten auch. Ein Beispiel dafür ist die Tetanus-Impfung.“

Wer findet die irreführende Aussage? Und welche ethischen Probleme werden wohl im Zusammenhang mit der Impfung zu diskutieren sein?

• Soll ein Impfstoff in einem beschleunigten Verfahren zugelassen werden, auch wenn sich damit das Risiko unerkannter Nebenwirkungen erhöht?
• Soll bei der Impfung priorisiert werden, z.B. Kinder oder alte Menschen zuerst, Gesundheitsberufe zuerst, die Feuerwehr zuerst, systemrelevante Berufe zuerst?
• Sollen manche Tätigkeiten nur noch mit Impfnachweis ausgeübt werden dürfen, z.B. Pflegetätigkeiten? Oder Psychotherapie? Oder Betreuung in der Kita?
• Dürfen Unternehmen von Bewerbern einen Impfnachweis verlangen?
• Soll es eine Impfpflicht geben?
• Soll es auch dann eine Impfpflicht geben, wenn die Impfung mit mehr oder schwereren Nebenwirkungen einhergeht wie z.B. die Influenza-Impfung? Oder wenn sie ähnlich wenig wirksam ist?
• Soll es begleitend eine Influenza-Impfpflicht geben, um im nächsten Winter die Kumulation von Influenza- und Coronafällen in den Krankenhäusern zu reduzieren?
• Soll der Impfstoff von der Pharmaindustrie vermarktet werden oder öffentlich hergestellt und verteilt werden?

Und was gäbe es noch zu bedenken?

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2020/04/29/coronakrise-hoffen-auf-die-impfung-und-ethische-fragen-dazu/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=coronakrise-hoffen-auf-die-impfung-und-ethische-fragen-dazu

Mur|mel|tier  〈n. 11; Zool.〉 mit den Eichhörnchen verwandtes Nagetier, pflanzenfressender Höhlenbewohner, der Winterschlaf hält: Marmota ● schlafen wie ein ~ fest schlafen ... mehr

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