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bdw+ Technik|Digitales

Forschung trifft Industrie

Hannover Messe, Technik
Nach zwei Jahren Corona-Pause hat die Hannover Messe 2022 ihre Tore wieder geöffnet. © Deutsche Messe
Coronapandemie, Krieg in der Ukraine und Klimakrise bedeuten für die Industrie unterbrochene Lieferketten, explodierende Energiepreise und steigende Anforderungen an eine nachhaltige Produktion. Neue Lösungen werden dringend gebraucht.

von ANDREA STEGEMANN

Über Jahre wirkte die große Industriemesse in Hannover wie ein Insidertreffen der Fachwelt, die unter dem Motto „Integrated Industry“ in weiten Teilen eine Nabelschau betrieb. Es ging um digitale Vernetzung, Industrie 4.0, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz – mit Fokus auf Effizienz und Wertschöpfung. Erst das Leitthema „Industrial Transformation“ für 2020 versprach eine gewisse Öffnung.

Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, prognostizierte damals: „Wir kommen in eine Phase der Veränderungen, wie wir sie lange nicht gesehen haben.“ Er sollte recht behalten. 2020 fiel die Messe coronabedingt aus, 2021 fand sie nur digital statt, und erst in diesem Jahr ist wieder ein Branchentreffen vor Ort möglich. Die Lage hat sich inzwischen zugespitzt, die Messeverantwortlichen sprechen gar von einer Zeitenwende.

„Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage sind die Themen der Hannover Messe relevant wie nie zuvor“, sagt Jochen Köckler heute. „Im Kern geht es darum, wie wir in einer sich dynamisch verändernden Welt – politisch, ökologisch und wirtschaftlich – für Versorgungssicherheit und Wachstum sorgen können und dabei gleichzeitig dem Klimawandel entgegenwirken.“ Innovative Technologien würden dabei eine Schlüsselrolle spielen, ergänzt er. Zu finden hofft man diese vor allem in den Bereichen Automatisierung und Künstliche Intelligenz, wie das Messe-Leitthema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ nahelegt. Wobei der Gedanke nicht neu ist: Vor genau zehn Jahren gab es mit „greentelligence“ bereits ein ähnliches Motto.

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Sicherheit und Klimaschutz

Worum es im Jahr 2022 geht, zeigen die Forschungspartner der Messe, etwa das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Holger Hanselka, Präsident des KIT, ist nicht nur Mitglied im Ausstellerbeirat der Hannover Messe, sondern auch Vorsitzender des Fachbeirats des Future Hub. In dieser Forschungshalle der Messe stellt das KIT in diesem Jahr seine Sicherheitsforschung für nachhaltige Energiesysteme vor. Zu schützen sind etwa die Schnittstellen, über die auf privaten Hausdächern gewonnene Energie ins allgemeine Energiesystem eingebracht wird. Denn diese Schnittstellen sind Einfallstore für Angriffe von außen. Ein weiteres Forschungsthema ist die Sicherung der Netzstabilität für den Fall, dass Teile des Gesamtsystems ausfallen.

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Daneben stellt das KIT Forschungsprojekte aus der Klima- und Risikoforschung vor, mit denen Planungs- und Entscheidungsprozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt werden sollen. Wie groß der Bedarf dafür ist, zeigte die Flutkatastrophe im Ahrtal, die deutlich machte, wie katastrophal die Folgen von Fehleinschätzungen und mangelhafter Planung sein können.

In der Halle „Energy Solutions“ präsentieren KIT-Forscher Möglichkeiten, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zurückzugewinnen und den darin enthaltenen Kohlenstoff als industriell nutzbaren Wertstoff zu verwenden. Mehrere Institute des KIT verknüpfen im CarbonCycleLab die komplette Prozesskette des Kohlenstoffkreislaufs der Zukunft: von Rest- und Abfallstoffen bis zu daraus gewonnenen chemischen Grundstoffen für die Wiederverwendung in der Chemieindustrie als Ersatz für fossile Rohstoffe. Damit trägt das CarbonCycleLab dazu bei, die Energiewende mit einer Kreislaufwirtschaft zusammenzuführen, um zukünftig zu einer ressourceneffizienten, klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu finden.

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In|di|gni|tät  auch:  In|dig|ni|tät  〈f. 20; unz.〉 1 〈Rechtsw.〉 Erbunwürdigkeit … mehr

Jeg|gings  〈[dg–] Pl.〉 Leggings aus einem weichen jeansfarbenen Stoff, teilweise auch mit Taschen und Reißverschlüssen versehen [verkürzt <Jeans … mehr

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