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Bedeutende Bernstein-Blüte

Baumharz ist schon so manchem Insekt zum Verhängnis geworden. Denn gerät ein tierischer Winzling in die zähe Flüssigkeit, wird er darin quasi mumifiziert. Den Biologen kommen solche Zufälle allerdings sehr gelegen, vor allem wenn sie vor Jahrmillionen geschehen sind. In Bernstein, also fossiliertem Harz, hat nämlich einiges Getier die Urzeiten überdauert: Mücken, Käfer, Spinnen oder Ameisen –  aber auch Pflanzen. Ein solches, einzigartiges Gewächs haben nun die beiden Biologen George Poinar von der Oregon State University und Lena Struwe von der Rutgers University in einem Bernsteinbrocken gefunden. In dem zwischen 20 und 30 Millionen Jahre alten Klumpen sind zwei intakte Blüten von Asteriden eingeschlossen.

Die Gruppe der Asteriden umfasst heutzutage nicht weniger als 10 Ordnungen, 98 Familien und ungefähr 80.000 Arten, so Poinar – also ungefähr ein Drittel aller Blütenpflanzen weltweit. Die knapp einen Zentimeter großen Fossil-Blüten lassen die Forscher weit zurück in die botanische Geschichte blicken. „Es zeigt sich, dass sich die Asteriden, die uns heute alle Arten von Nahrung und anderen Produkte liefern, schon vor Jahrmillionen entwickelt haben“, sagt George Poinar. Aus dieser Pflanzengruppe gingen Kartoffeln, Tomaten und Kaffeegewächse hervor.

Das Exemplar aus der Urzeit allerdings war wenig genießbar. Es zählt zur Gattung der Brechnüsse (Strychnos) und damit zu einer Gruppe von Giftpflanzen. „Strychnos-Arten sind nahezu alle giftig“, erklärt Poinar. „Jede Pflanze enthält eigene Alkaloide mit jeweils unterschiedlicher Wirkung. Einige sind giftiger als andere – und das könnte auch der Grund sein, warum sie so erfolgreich die Zeiten überdauerten. Weil sie sich mit ihrem Gift gegen Pflanzenfresser wehren konnten.“

Foto: George Poinar, Jr./mit frdl. Genehm. der Oregon State University

© wissenschaft.de – Karin Schlott
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