Beirut in Trümmern - wissenschaft.de
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Beirut in Trümmern

Die Hauptstadt des Libanon, Beirut, liegt direkt an der Mittelmeerküste und umfasst auch den wichtigsten Hafen des Landes. Schätzungen zufolge leben in der Stadt rund 2,3 Millionen Einwohner. Beirut ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Libanon mit mehreren teils internationalen Universitäten.

Am Abend des 4. August 2020 erschütterten zwei gewaltige Explosionen den Hafen von Beirut. „Gebäude in der Nähe des Hafens wurden komplett zerstört, Balkone von Häusern gerissen, Autos durch die Luft geschleudert“, berichtete ARD-Korrespondent Björn Blaschke. Durch die Druckwelle zersplitterten Glasscheiben noch in mehreren Kilometer Entfernung. Telefon und Internet fielen in der Stadt aus. Die Zahl der Betroffenen stieg im Verlauf der folgenden Tage auf etwa 158 Tote und 6000 Verletzte. Bis zu 300.000 Menschen verloren ihr Zuhause.

Dieses Satellitenbild der NASA verdeutlicht das Ausmaß der Schäden. Die Radardaten markieren, wo sich die Bodenoberfläche am stärksten verändert hat –dort verursachten die Explosionen die größten Schäden. Die Punkte, die am stärksten rot gefärbt sind, zeigen die größten, die gelben Pixel die weniger starken Veränderungen. Jeder einzelne Punkt umfasst eine Fläche von 30 Metern.

Wie kam es dazu?

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, wird noch ermittelt. Im Hafen lagerten seit sieben Jahren 2750 Tonnen ungesichertes Ammoniumnitrat. Dieses wird zur Herstellung von Düngemitteln, aber auch von Sprengstoffen verwendet. Die Zersetzung der Chemikalie kann bei hohen Temperaturen zur Explosion führen. Nach Berichten der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA war in dem an Hafen gelegenen Warenlager mit dem Ammoniumnitrat ein Feuer ausgebrochen, das schließlich die Explosion auslöste. Anderen Berichten zufolge ereignete sich die erste Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper. 16 Hafenmitarbeiter wurden wegen Verdachts auf Brandstiftung vorläufig festgenommen.

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Sicherheitsexperten der libanesischen Regierung sollen bereits im Juli vor den verheerenden Folgen einer Explosion des Ammoniumnitrats gewarnt haben. Deshalb macht die Bevölkerung Libanons größtenteils die eigene Regierung für die Katastrophe verantwortlich. Die wirtschaftliche und politische Lage des Landes verschlechterte sich durch die Explosionen weiter, auch das Gesundheitssystem ist stark betroffen. Die libanesische Regierung ist bereits zurückgetreten.

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Sche|ren|schna|bel  〈m. 5u; Zool.〉 Angehöriger einer Unterfamilie der Möwen mit verlängertem Unterschnabel: Rynchopinae

Ka|pu|zi|ner|kres|se  〈f. 19; unz.; Bot.〉 Angehörige der einzigen Gattung der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae), krautige, vielfach kletternde Pflanze mit gelappten, fingerförmigen od. schildförmigen Blättern u. gelben, roten od. bläulichen Blüten: Tropaeolum

Per|se|i|den  〈Pl.; Astron.〉 regelmäßig in der ersten Augusthälfte des Jahres auftretender Meteorstrom, der seinen Ursprung scheinbar im Sternbild Perseus hat

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