Buntes Köpfchen - wissenschaft.de
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Bild der Woche

Buntes Köpfchen

Bild: Marc Gardner, 2019

Gouldamadinen gehören zur Familie der Prachtfinken – wie dieses Exemplar im Bild. Das Besondere an dieser Art: Die Kopffedern können rot, schwarz oder gelb gefärbt sein. Wieso sich nicht eine Farbe durchgesetzt hat, fand nun ein Forscherteam der University of Sheffield und der Cornell University heraus.

Der Grundsatz der Evolutionstheorie besagt: Wer sich am besten an seine Umgebung anpasst, überlebt. Folgt man der Idee der natürlichen Selektion, würde sich die rote Kopfgefiederfarbe durchsetzen und es gäbe nur noch rotköpfige Gouldamadinen. Denn Studien zeigen: Weibchen bevorzugen rotköpfige Männchen, um mit diesen Nachwuchs zu zeugen. Darüber hinaus sind rotköpfige Gouldamadinen offenbar durchsetzungsfähiger als ihre anders gefärbten Artgenossen, wie Forscher berichten. Das kommt ihnen etwa im Kampf um den besten Nest-Standort zugute. Tatsächlich ist es aber so, dass es nicht nur rotköpfige Gouldamadinen gibt, sondern eben auch schwarzköpfige (und sehr selten auch gelbköpfige). Warum dem so ist, haben die Forscher nun klären können.

Ausgleichende Selektion

Wie ihre Studie zeigt, hat die rote Kopffarbe auch Nachteile. Solche Vögel stehen unter höherem Stress als schwarzköpfige Finken, weil sie untereinander stärker konkurrieren. Aufgrund des Wettbewerbs pflanzen sich die rotköpfigen Gouldamadinen seltener fort als die schwarzköpfigen. Co-Autor David Toews sagt: „Wenn die Nachteile die Vorteile aufwiegen, dann können beide Farbtypen beibehalten werden – das nennen wir ausgleichende Selektion.“

Zurückzuführen ist die Kopffarbe auf ein bestimmtes Gen, dass sich auf dem Geschlechtschromosom der Finken befindet. Das Gen reguliert die Produktion von Farbpigmenten, die für die rote oder schwarze Färbung des Kopfgefieders sorgen. Wie die gelbe Gefiederfärbung am Kopf zustande kommt, ist bisher noch unklar. Die gelbköpfigen Finken machen allerdings weniger als ein Prozent der Wildpopulation aus.

Das Forscherteam veröffentlichte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications.

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