Das verschwundene Seegras - wissenschaft.de
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Das verschwundene Seegras

Seegras in Kalifornien
(Bild: Ryan Walter, Jennifer O’Leary and Kyle Nessen)

Wasserpflanzen sind die Dienstleister der marinen Ökosysteme: Sie bieten Lebensräume für Fische und andere Meeresbewohner, sind Nahrung für Zugvögel, Teil der Nährstoffkreisläufe – weil sie zum Beispiel CO2 aufnehmen – und stabilisieren zusätzlich das Sediment durch ihre Wurzeln. Durch die Verlangsamung der Strömungen tragen Wasserpflanzen dazu bei, die Abtragung des Bodens zu verhindern. Auch Seegras gehört zu diesen fürs Ökosystem überlebenswichtigen Alleskönnern.

Seegräser wie in Morro Bay in Kalifornien gehören weltweit zu den am stärksten bedrohten Bestandteilen der küstennahen Umgebungen. In den letzten Jahren ist das Vorkommen von Seegras in Morro Bay stark zurückgegangen: seit 2007 um ganze 90 Prozent. Forscher der California Polytechnic State University haben herausgefunden, dass der Verlust von Seegras in diesem großen Ästuar an der kalifornischen Küste zu einer weit verbreiteten Bodenerosion führen kann.

Nachdem das Seegras in der Morro Bay zu großen Teilen abgestorben war, nahm auch die Erosion an mehr als 90 Prozent der zuvor durch die Wasserpflanzen geschützten Stellen zu. An einigen Stellen wurde so viel Sediment abgetragen, dass sich die Wassertiefe dort um bis zu 50 Prozent erhöhte, wie die Forscher feststellten. Nur an der Mündung, an der noch Seegras vorkommt, bildet sich immer noch Sediment wie in der Vergangenheit.

„Der Verlust des Seegrases im Ästuar der Morro Bay ist vergleichbar mit dem Verlust von Bäumen aus einem Regenwald“, erklärt Ryan Walter von der California Polytechnic. „Man verliert nicht nur die Pflanzen, sondern auch all die Dienstleistungen, die sie für das ganze Ökosystem leisten.“ Immerhin gibt es Hoffnung:  Die Erosion in der Morro Bay könnte zumindest an einigen Stellen neue Möglichkeiten für eine Wiederansiedlung des Seegrases schaffen. Das Abtragen des Sediments bildet wieder die geeignete Wassertiefe für das Seegras. Jüngste Projekte des Morro Bay National Estuary Program waren bereits erfolgreich, denn es gibt Hinweise auf eine leichte Erholung der unterseeischen Landschaft in Teilen der Bucht.

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