Die Brückenechse – ein lebendes Fossil - wissenschaft.de
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Die Brückenechse – ein lebendes Fossil

Brückenechse oder Tuatara (Sphenodon punctatus)
(Bild: Bernard Spragg. NZ)

Die bis zu 80 Zentimeter lange und ein Kilogramm schwere Brückenechse ist durch ihre bräunlich, hellgrau gefleckten Schuppen, die kleinen Klauen und den langen, gezackten Schwanz schnell mit einem kleinen Drachen zu verwechseln. Die Echsen wachsen sehr langsam und sind erst mit 20 Jahren geschlechtsreif. Dementsprechend hoch ist auch ihre Lebenserwartung: Sie können ein Alter von über 100 Jahren erreichen. Zu finden sind diese erstaunlichen Tiere nur noch auf 20 kleineren Inseln vor Nord-Neuseeland und stehen deshalb unter strengem Artenschutz.

Besonders interessant sind die Brückenechsen auch, weil sich ihr Bauplan in fast 200 Millionen Jahren kaum verändert hat. Sie gelten deshalb auch als „lebende Fossilien“. Um herauszufinden, warum dieses urtümliches Reptil so beständig ist und wo sie im Stammbaum der Arten steht, haben Forscher jetzt erstmals das Genom des Tuataras sequenziert. Acht Jahre lang arbeiteten über 60 Forscher in Zusammenarbeit mit lokalen Maori-Gemeinschaften in Neuseeland daran, die Eigenschaften der erstaunlichen Echse zu lüften.

Die neuen Forschungsergebnisse ordnen die Tuatara in einen Zweig ein, den sie zunächst mit Echsen und Schlangen teilten. Vor rund 250 Millionen Jahren haben sie sich dann abgespalten, um eine eigenständige Ordnung zu bilden, so die Forscher. Im Gegensatz dazu sind Primaten zum Beispiel erst vor etwa 65 Millionen Jahren entstanden.

Die Analysen zeigten außerdem, dass das Genom der Tuatara um 67 Prozent größer als das des Menschen ist. Stefan Prost, Wissenschaftler am LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik sieht hier eine Begründung für die hohe Lebenserwartung der Tiere: „So ergab unsere Analyse, dass sie mehr derjenigen Gene besitzen, die den Körper vor den Auswirkungen des Alterns beschützen, als jede andere bisher untersuchte Wirbeltierart“. Zudem scheinen Brückenechsen aufgrund genetischer Faktoren auch wenig anfällig für Krankheiten zu sein.

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