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Die letzten ihrer Art

Pardelluchse
(Bild: Leibniz-IZW / Ex-situ Iberian Lynx Program)

Auf diesem kleinen Luchsjungen und seinen Altersgenossen ruht die Hoffnung seiner Spezies. Denn die nur in Spanien und Portugal vorkommenden Pardelluchse (Lynx pardinus) gehören zu den seltensten Katzenarten der Welt – wahrscheinlich existieren in freier Wildbahn nur noch gut 200 Tiere.

Ursprünglich waren die Pardelluchse, auch Iberische Luchse genannt, über die gesamte Iberische Halbinsel verbreitet. Sie lebten dort in den eher offenen Landschaften wie Korkeichenwäldern oder Buschland. Die nachtaktiven Luchse jagen vor allem Wildkaninchen, aber auch Mäuse und andere Kleinsäuger sowie Vögel. Im Vergleich zu ihrem engen Verwandten, dem auch bei uns vorkommenden Eurasischen Luchs sind die Pardelluchse kleiner, zierlicher und deutlicher gefleckt.

Doch die Pardelluchse sind akut vom Aussterben bedroht. Durch eine Viruserkrankung, den Verlust ihres Lebensraums und die Jagd wurde ihr Bestand im Laufe des 20. Jahrhunderts drastisch dezimiert. Inzwischen gibt es nach Schätzungen von Experten nur noch gut 200 Pardelluchse, die meisten davon im andalusischen Nationalpark Donana und in der Sierra de Andujar.

Die Hoffnung von Artenschützern und Biologen ist es nun, die seltenen Luchse durch eine Erhaltungszucht vor dem Aussterben zu retten. Seit 2005 werden die Katzen vor allem in Aufzuchtstationen in Andalusien erfolgreich gezüchtet – rund 100 Jungtiere sind im Rahmen dieses Programms bereits geboren. 2009 wurden die ersten Pardelluchs aus dieser Zucht ausgewildert und haben sich seither auch in der freien Wildbahn fortgepflanzt.

Auch aus der Wissenschaft kommt Hilfe für den Pardelluchs und andere stark bedrohte Katzenarten. Denn Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung haben eine Methode entwickelt, mit der Zellen des männlichen Fortpflanzungstraktes dieser Katzen auch über deren Tod hinaus gefroren konserviert werden können. Weil gerade bei den kleinen noch verbliebenen Beständen eine genetische Verarmung droht, eröffnet dies die Chance, aus diesen konservierten Stammzellen und unreifen Spermien reife Spermien zu erzeugen und so die Gene dieses Katers für die Zucht zu erhalten. In Tests mit Hauskatern, einem Geparden sowie einem Asiatischen Goldkater war diese Methode bereits erfolgreich.

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