Ein "Totengräber" mit Seltenheitswert - wissenschaft.de
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Ein “Totengräber” mit Seltenheitswert

Flusskrebs
(Bild: Guenter Schuster/ Eastern Kentucky University)

Dieser farbenfrohe Geselle gehört zu einer jüngst im Süden der USA entdeckten, sehr seltenen Flusskrebsart. Wegen seiner einzelgängerischen, nachaktiven Lebensweise gaben ihm die Biologen den Namen “Lonesome Gravedigger” – einsamer Totengräber.

Flusskrebse sind wählerisch: Sie bevorzugen saubere Gewässer und reagieren daher relativ sensibel auf Verschmutzungen des Wassers. Unter anderem deshalb sind sie in vielen Flüssen heute selten geworden. Weit weniger wählerisch sind die meisten Flusskrebse allerding sin Bezug auf ihre Nahrung: Sie fressen Wasserinsekten, Muscheln, Würmer oder kleine Fischen. Auch Aas verschmähen diese Krebstiere nicht.

Die rund 300 bekannten Flusskrebsarten kommen in verschiedensten Regionen der Welt vor, besonders artenreich sind jedoch sind die Gewässer im Südosten der USA. Aus dieser Gegend stammt auch dieser farbenfrohe Vertreter der Flusskrebse. Entdeckt haben die Forscher diese Art eher zufällig. Denn eigentlich waren sie auf der Suche nach einer häufiger vorkommenden verwandten Flusskrebsart, als ihnen einer dieser Wasserbewohner begegnete.

Daraufhin gingen sie noch einmal systematischer auf die Suche und bestätigten schließlich mithilfe von DNA-Vergleichen, dass es sich hier tatsächlich um eine ganz neue Art handelt. Lacunicambarus mobilensis, so sein offizieller Name, kommt nur in einem kleinen Gebiet im Süden der US-Bundesstaaten Alabama und Mississippi vor. Er gilt daher schon jetzt als potenziell bedroht.

Typisch für diesen Flusskrebs ist nicht nur seine nächtliche Lebensweise und sein einzelgängerisches Wesen. Er fällt auch dadurch auf, dass er sich mit Vorliebe in den Untergrund eingräbt. Die Biologen gaben ihm deshalb den Beinamen “Lonesome Gravedigger” – einsamer Totengräber. “Das beeindruckende an dieser neuen Art ist auch, dass sie uns daran erinnert, wie wenig wir noch von der Natur kennen”, sagt Mael Glon von der Ohio State University. “Man kann neue Spezies selbst in unserem Garten finden.”

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