Frauen reden mehr - auch bei Klippschliefern - wissenschaft.de
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Frauen reden mehr – auch bei Klippschliefern

Procavia capensis
(Bild: Yacov Ben Bunan)

Diese putzigen Gesellen sind Klippschliefer (Procavia capensis) – sehr soziale Bewohner der afrikanischen Wüsten. Kommunikation scheint jedoch auch bei ihnen primär Frauensache zu sein: Klippschliefer-Damen rufen häufiger, länger und vielfältiger als ihre männlichen Artgenossen, wie eine Studie enthüllt.

Ihr Körperbau erinnert ein wenig an ein überdimensioniertes Meerschweinchen: Klippschliefer sind mit bis zu 60 Zentimetern Länge etwa so groß wie ein großes Kaninchen, aber deutlich kompakter gebaut. Die in Afrika und im Nahen Osten verbreiteten Pflanzenfresser sind ähnlich wie die Erdmännchen sehr sozial und leben in Kolonien von bis zu 50 Tieren zusammen. Typischerweise bestehen diese Gruppen aus einem dominanten Männchen mit mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Eine Klippschliefer-Mutter mit ihren Jungen ist hier auf dem Foto zu sehen.

Gerade bei solchen hochgradig sozialen Tieren ist es für Biologen besonders interessant, wie die Kommunikation innerhalb der Gruppe abläuft: Wer redet mit wem und in welcher Form? Das haben nun Biologen um Eli Geffen von der Universität Tel Aviv an einer Kolonie von Klippschliefern in der Wüste von Ein Gedi in Israel näher untersucht. Dafür statteten sie 19 Männchen und Weibchen mit tragbaren Audiorekordern aus, die eine Woche lang sämtliche Lautäußerungen der Tiere aufzeichneten.

Es zeigte sich: Die Klippschliefer-Damen waren mit Abstand am „gesprächigsten“. Sie besaßen ein deutlich größeres Repertoire an verschiedenen Rufen als und riefen auch häufiger und länger als die Männchen. Wie die Forscher erklären, ist dies dadurch erklärbar, dass die Weibchen für die Sozialbeziehungen in der Kolonie prägend sind. Die Männchen dagegen sind meist eher wortkarg: Nur zur Paarungszeit stimmen sie laute Werbegesänge an, den Rest der Zeit geben sie nur wenige, meist eher leise Laute von sich. Gewisse Parallelen zum Gebaren des Homo sapiens drängen sich hier durchaus auf…

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