Gefährliche Jäger - wissenschaft.de
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Gefährliche Jäger

Katze mit Vogel
(Bild: Ornitolog82/ istock)

Katzen gehören zu unseren liebsten Haustieren – und werden von vielen als „niedliche Samtpfoten“ betrachtet. Doch die Tiere sind weniger harmlos als ihr Image suggeriert: Für die Artenvielfalt können sie eine echte Bedrohung darstellen.

Hauskatzen sind anders als Hunde nur halb domestiziert und ihren wilden Verwandten, den Wildkatzen, genetisch sehr ähnlich. In jedem Stubentiger steckt daher eine gute Portion Wildheit. Das bedeutet auch, dass viele Urinstinkte bei den Tieren noch immer stark ausgeprägt sind – zum Beispiel das Jagen.

Naturschützer beäugen diese Eigenschaft von Felis silvestris catus kritisch. Denn der Geschmack unserer Hauskatzen für Mäuse, Vögel und anderes Kleingetier könnte eine Bedrohung für die Artenvielfalt sein. Tatsächlich haben Forscher kürzlich herausgefunden, dass Freigänger-Katzen lokale Wildtierpopulationen stärker bedrohen als gedacht. Demnach haben die Stubentiger sogar einen größeren Einfluss auf die Ökosysteme in ihrer Nachbarschaft als dort heimische wilde Raubtiere.

„Weil die Hauskatzen zusätzlich gefüttert werden, töten sie pro Tag zwar weniger Tiere als wilde Jäger. Ihre Reviere sind aber so klein, dass sich der Effekt verstärkt. Hinzu kommt die hohe Dichte von Hauskatzen in manchen Gegenden“, erklärt Roland Kays von der North Carolina State University in Raleigh.

Doch nicht nur Hauskatzen, die beim Menschen leben, sind in dieser Hinsicht problematisch. Weitreichende Folgen hat auch die Ausbreitung verwilderter Hauskatzen – vor allem dann, wenn sie als invasive Art etablierte Lebensgemeinschaften durcheinanderbringen, in denen es ursprünglich keine Katzen gab. Studien zufolge geht immerhin ein Viertel aller in der Neuzeit ausgestorbenen Vögel, Reptilien und Säugetiere auf das Konto der Katzen.

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Allein in Australien gelten Nachkommen ehemaliger Hauskatzen als Ursache für das Verschwinden von 27 heimischen Arten, mehr als 100 weitere Spezies sind durch die Jäger bedroht. Der Mensch brachte die Katzen einst gezielt als Schädlingsbekämpfer auf den Kontinent. Nun jedoch gehören sie zu den größten Feinden der australischen Artenvielfalt.

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