Geminiden am Nachthimmel - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Bild der Woche

Geminiden am Nachthimmel

Foto: Brian Tomlinson/DLR/bearbeitet von wissenschaft.de

Wünsch dir was! Damit muss man nicht bis Weihnachten warten. Schon dieses Wochenende fliegen Sternschnuppen am nächtlichen Himmel Deutschlands. Ab 23 Uhr diesen Freitagabend (14. Dezember) kann der jährliche Meteorschauer der Geminiden am besten beobachtet werden. Im Vergleich zu den Perseiden, die im Sommer auf die Erde stürzen, sind sie zudem deutlich langsamer unterwegs.

Namensgeber des stets im Dezember auftretenden Meteorschauspiels ist das Sternbild Zwilling, lateinisch „gemini“. Von dort scheinen die Sternschnuppen zu starten. Was die Quelle der Geminiden ist, war lange Zeit unklar. Ein internationales Forscherteam unter anderem am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bewies nun, dass die Geminiden ihren Ursprung im Asteroiden Phaeton haben. Sie veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.

Eis unterm Staubmantel

Was wir auf der Erde als Sternschnuppen wahrnehmen, sind glühende Staubteilchen. Die entstehen für gewöhnlich so: Die Sonne bringt das Eis eines Kometen zum Verdampfen. Durch das Gas löst sich der Staub von der Oberfläche. Wenn die Erde die Bahn eines Kometen kreuzt, verglühen die Staubteilchen beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Die Geminiden, die am kommenden Wochenende ihre leuchtende Spur am Himmel hinterlassen, entstehen jedoch anders: Statt eines Kometen gelangt der Asteroid Phaeton in die Erdbahn. Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung sagt: „Phaeton stand als Quellkörper immer mal wieder in der Diskussion, es fehlte letztendlich aber noch eine überzeugende Erklärung, wie dieser Asteroid einen Meteorstrom hervorbringen kann.“

Aus der Oberfläche von Asteroiden treten eigentlich keine gasförmigen Stoffe aus, weil diese Planetoiden aus festen Stoffen wie Stein oder Eisen bestehen. Dass Phaeton trotzdem Staubteilchen absondert, erklären Astronomen so: Unter der Oberfläche von Phaeton versteckt sich eine Eisschicht aus Staub. Wenn Phaeton der Sonne nahe kommt, verdampft das Eis und bringt Gas hervor – nahe bedeutet in diesen Dimensionen mit einem Abstand von 41 Millionen Kilometern. Wie bei Kometen lösen sich Staubteilchen und glühen, sobald sie in die Erdatmosphäre eintreten.

„Der Staubmantel über dem Eis ist mindestens 15 Meter dick. Vor 1000 Jahren war er wahrscheinlich weniger als einen Meter dick. Deshalb produziert Phaeton heute vergleichsweise wenig Gas“, schreiben die Forscher in ihrer Veröffentlichung. Trotzdem ist es noch genug, um die Sternschnuppen Freitagabend mit bloßem Auge zu sehen.

Anzeige

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung

Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Liken und keine News mehr verpassen!

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Wun|der|blu|me  〈f. 19; Bot.〉 Angehörige einer Pflanzengattung, deren Blüten sich um vier Uhr nachmittags öffnen: Mirabilis

Ony|chie  〈[–çi] f. 19; Med.〉 Nagelbettentzündung [zu grch. onyx, ... mehr

Vi|deo|tech|nik  〈[vi–] f. 20; unz.〉 1 〈Sammelbez. für〉 alle Verfahren zur Aufzeichnung von Bild u. Ton auf Videokassetten sowie deren Wiedergabe über Videorekorder od. Fernsehapparate 2 Gesamtheit aller zur (magnetischen) Bildaufzeichnung u. Wiedergabe dienenden Geräte u. Vorrichtungen ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige