Gräten in Rot - wissenschaft.de
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Bild der Woche

Gräten in Rot

Foto: M. Girard

W. Leo Smith ist Evolutionsbiologe und Fotograf. Seine Models sind Fische, Frösche oder Pythons. Allerdings sind die Tiere, wenn Smith sie in Szene setzt, bereits tot. So auch dieser Nematistius pectoralis (auf Englisch Roosterfish genannt) – ein tropischer Pazifikfisch, der bis zu anderthalb Meter lang und 50 Kilogramm schwer werden kann. Im Bild sind von dem Meerestier nur noch die Gräten zu sehen, die Smith durch ein von ihm entwickeltes Verfahren sichtbar gemacht hat.

Zuvor hat der Forscher mithilfe von Enzymen aus Kuhmägen die Muskeln und Sehnen des Warmwasserfischs abgebeizt. Besonders fotogen sind die Fische im Allgemeinen dann nicht. „Wir hatten das Problem, dass wir die Tiere nicht in Pose bringen konnten. Sie sind schlaff und unbrauchbar wie ein Haufen Kleidung, der sich in jede Richtung faltet. Wir wollten die Tiere aber in bestimmten Posen anordnen“, erklärt der Forscher vom University of Kansas Biodiversity Institute und Natural History Museum. Dafür hat Smith zusammen mit seinem Team eine Methode ausgetüftelt: Sie betten die Tiere in ein transparentes Gemisch aus Glycerin und Gelatine. So lassen sich die Präparate in verschiedenen Ansichten fotografieren. Nach der Fotosession kann die Mixtur abgewaschen werden.

Als zweites entwickelten die Forscher ein Verfahren, mit dem die Knochen zum Leuchten gebracht werden können – selbst wenn der Rest des Körpers noch an den Gräten hängt oder es sich um Fossilien handelt. Schon länger wird in der Chemie und Medizin die Substanz Alizarin als Färbemittel verwendet, so auch für Knochenmaterial. Smith fand nun heraus, dass Alizarin unter Licht in bestimmten Wellenlängen fluoresziert. „Wir verwenden hochenergetisches Licht [jenseits des UV-Bereichs] und suchen nach Reflexionen von zurückgeworfenen Wellenlängen. Das Mikroskop filtert alle anderen Lichtwellen aus. Die Haut und alles andere verschwinden dann, weil sie nicht fluoreszieren“, sagt Smith.

Dem US-Forscher geht es darum, dass Wissenschaftler nicht nur bessere anatomische Untersuchungen durchführen können, sondern in ihren Studien auch ansehnliche Aufnahmen von ihren Forschungsobjekten abbilden. Die Studie ist in dem Fachmagazin Copeia erschienen.

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