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Größere Artenvielfalt durch Klimawandel?

Foto: Jacques Larivée

Es klingt paradox: Der Klimawandel könnte die Artenvielfalt erhöhen – zumindest in einigen Regionen wie im Süden der kanadischen Provinz Quebec. Wissenschaftler haben für etwa ein Drittel der dortigen Naturschutzgebiete Nischenmodelle entwickelt, das heißt, sie haben am Computer verschiedene Zukunftsszenarien durchgespielt. Für 529 Tier- und Pflanzenarten – unter anderem den Schmetterling Pieris oleracea, der im Bild Nektar saugt – überprüften sie, wie sich die ökologischen Nischen der Arten im Verlauf des Klimawandels verändern und geografisch verschieben werden.

Die Forscher sagen voraus, dass sich zwischen 2071 und 2100 in etwa der Hälfte der Gebiete 80 Prozent der dortigen Artenzusammensetzung gewandelt haben wird. In manchen Regionen erwarten sie außerdem eine Zunahme an Vogel-, Amphibien- und Pflanzenarten um bis zu 530 Prozent. In den südlichen und nördlichen Randgebieten der geschützten Regionen könnten einige Arten aber ganz verschwinden, warnen die Wissenschaftler. Für einen effektiveren Schutz der ökologischen Vielfalt empfehlen sie daher folgende Maßnahmen:

  1. Natürliche Korridore sollten erhalten und wiederhergestellt werden, damit Arten, die der Klimaerwärmung ausweichen, aus dem Süden nachrücken können.
  2. Es muss beobachtet werden, wie nicht-heimische Arten das bestehende Ökosystem beeinflussen.
  3. Die Schutzbedürftigkeit einer Art sollte an der Rolle, die sie im gesamten Ökosystem einnimmt, gemessen werden und nicht nur an der Individuenzahl oder lokal begrenztem Auftreten.
  4. Um auch in Zukunft die Artenvielfalt zu erhalten, sollte schon heute eine vielfältige Landschaft geschützt werden und nicht spezielle Arten.

Ihre Studie veröffentlichten die Forscher im Online-Fachjournal Scientific Reports.

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