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Bild der Woche

Kühlende Staubdecke

(Bild: 2020 EUMETSAT)

Was sich hier wie eine hellblaue Decke über Nordafrika und den Nahen Osten legt, ist atmosphärischer Staub. Er entfaltet in der Region einen wichtigen Kühleffekt.

Treibhausgase heizen bekanntermaßen der Erdatmosphäre ein. Doch sie haben Gegenspieler: Staubteilchen. Sie können durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangen oder auf natürliche Weise, wenn beispielsweise Winde Wüstenstaub aufwirbeln. Solche sogenannten Aerosole gelten als Klimakühler, weil sie unter anderem die Wolkenbedeckung vergrößern und so dafür sorgen, dass mehr Sonnenstrahlung zurück ins All reflektiert wird.

Unter welchen Bedingungen der atmosphärische Staub seine kühlende Wirkung entfaltet und wo dieser Effekt besonders zum Tragen kommt, ist bis heute Gegenstand der Forschung. Georgiy Stenchikov von der König-Abdullah-Universität in Thuwal und seine Kollegen haben sich in diesem Zusammenhang nun Saudi-Arabien und dem angrenzenden Roten Meer gewidmet. „Saudi-Arabien gilt als Staubgürtel und ist für rund ein Drittel der weltweiten Staubemissionen verantwortlich“, erklärt Stenchikov.

Bei ihren Analysen von Satellitendaten stellten die Forscher fest, dass atmosphärischer Staub in der Region tatsächlich eine wichtige Rolle spielt: Die Aerosole kühlen sowohl das Land als auch das Rote Meer deutlich ab. Dabei ist die Menge des Staubs über dem Wasser noch größer als über der Landfläche – entsprechend stark ist die Kühlwirkung. Nirgendwo sonst entfaltet Staub einen so großen Kühleffekt über dem Ozean wie über dem südlichen Roten Meer, so das Ergebnis des Teams.

Insgesamt trägt der Staub über der Region damit dazu bei, die extremen Temperaturen abzumildern. Über dem Roten Meer könnte dies zum Beispiel den dort heimischen, hitzeempfindlichen Lebewesen helfen: „Die Staubaerosole schützen die Korallenriffe im Roten Meer“, sagt Mitautor Sergey Osipov vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. In Zukunft wollen die Forscher die Rolle des Staubs für das regionale und globale Klima weiter untersuchen. Denn nur mit diesem Wissen können Klimamodelle und -prognosen verlässlicher werden.

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