Monarchfalter im Reisefieber - wissenschaft.de
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Monarchfalter im Reisefieber

Foto: Washington State University

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“, heißt es in einem Gedicht des Schriftstellers Matthias Claudius von 1786. Handelt es sich bei den Reisenden aber um Tiere, ist man anstelle einer Erzählung auf Hilfsmittel angewiesen. Um Näheres über die Wanderroute der Monarchfalter (Danaus plexippus) herauszufinden, beklebten Entomologen der Washington State University (WSU) und hunderte freiwillige Helfer knapp 15.000 Falter mit kleinen Stickern (im Bild). Das Projekt läuft seit 2011.

Mithilfe der Aufkleber gelang es den Forschern nachzuweisen, dass die Monarchfalter ihre Reise im Nordwesten des nordamerikanischen Kontinents beginnen und bis nach Kalifornien im Süden der USA fliegen. Dort überwintern die Tiere. Für ihr Projekt züchteten die Wissenschaftler zahlreiche Falter, beklebten sie mit Markierungen und schickten sie aus den Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho sowie der kanadischen Provinz British Columbia auf die Reise. Dabei legen die Falter bis zu 800 Kilometer zurück. Bis wohin waren die Monarchfalter geflogen: Viele von ihnen aus Washington und Oregon zog es an die kalifornische Küste. Einige Falter aus Washington und Idaho trieb es womöglich bis nach Arizona und Mexiko.

Werden die Tage im Frühjahr wieder länger, treten die Schmetterlinge den Rückweg nach Norden an. Diese Exemplare erreichen ihr Ziel nicht – sie sterben auf der Reise. Doch ihre Nachkommen fliegen weiter bis in die Sommergebiete.

Wie die Falter, die gerade einmal ein halbes Gramm auf die Waage bringen, diese Distanz überwinden, ist nicht genau geklärt. Aufgrund der Daten der beklebten Tiere vermutet David James von der WSU, dass die Edelfalter warme Luftströmungen nutzen – ähnlich wie Zugvögel. In höheren Luftschichten helfen ihnen starke Höhenwinde. So legen sie etwa 60 Kilometer am Tag zurück.

Die Ergebnisse des Projekts sollen die genauen Wanderwege der Monarchfalter zeigen. Um die Tiere bei ihrer kraftzehrenden Reise zu unterstützen, können dann gezielt auf den Falter-Routen Blumenstreifen angelegt werden – quasi als Tankstelle für die Schmetterlinge. Der Grund für die Hilfe: „Die Population der Falter ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um schätzungsweise 90 Prozent zurückgegangen“, erklärt James. Deshalb hoffen die Entomologen, so den Rückgang der Art aufzuhalten.

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Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal Journal of the Lepidopterists‘ Society.

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