Schlund in der kanadischen Wildnis - wissenschaft.de
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Schlund in der kanadischen Wildnis

Foto: Catherine Hickson

Ein riesiges Loch klafft zwischen Wiesen und Wald im Wells Gray Provincial Park in British Columbia, Kanada. Der Eingang ist circa 100 Meter lang und 60 Meter breit. Ein Wasserfall stürzt dort 183 Meter tief die steilen Felswände hinab. Und obwohl das Loch ungefähr so groß wie ein Fußballfeld ist, blieb es bis zum Frühjahr dieses Jahres unentdeckt. Im September wagten es Spezialisten um die Geologin Catherine Hickson vom Geoforschungsunternehmen Tuya Terra Geo Corp, die Höhle stückweise zu erforschen. Einer der Höhlenforscher aus Hicksons Team, John Pollack, berichtete von der Expedition im kanadischen Magazin Canadian Geographic: „Ich war in einigen der größten Höhlen der Welt. Dieses Ding hat einen wahrhaftig gewaltigen Eingang – nicht nur für kanadische Verhältnisse.“

Die Wissenschaftler vermuten derzeit, dass Schnee und Schmelzwasser in die Höhle strömen und einen unterirdischen Fluss speisen. Bisher ist ein Forscher des Teams 80 Meter tief bis zur Wasseroberfläche hinunter geklettert. Er fand dort weder Geröll noch Kies vor. Das spricht dafür, dass im Frühling und Sommer gigantische Wassermengen in die Höhle stürzen und Geröll mit sich reißen.

Ein Hubschrauber-Pilot entdeckte das Loch

Geologin Hickson untersuchte die Oberfläche um den Höhleneingang. Pollack erstellte per Laser- und Fotoscan eine Oberflächenkarte der Grube. „Die Messungen deuten darauf hin, dass wir es mit einem sehr tiefen und schwer begehbaren Flusshöhle zu tun haben“, sagt Pollack. Die Höhle weiter zu ergründen, wird laut dem Spezialisten technisch sehr aufwendig. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass vor ihnen schon jemand einen Blick in die Höhle geworfen habe. „Dazu braucht man lange Seile und eine Ausrüstung, die nur Höhlenkletterer besitzen“, sagt er. Möglich wäre ein Abstieg im September, wenn der Wasserstand am niedrigsten ist.

Ein Hubschrauber-Pilot hatte das Loch im Frühjahr 2018 entdeckt, während einer routinemäßigen Bestandsaufnahme der Karibu-Populationen. Mit an Bord des Hubschraubers war ein Biologe, der die Höhle „Sarlacc-Grube“ taufte – in Anlehnung an die gleichnamige Kreatur aus den Star Wars-Filmen, einem zahnbewehrten Schlund auf dem Wüstenplaneten Tatooine.

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