Schöne Spinne - wissenschaft.de
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Schöne Spinne

Wer Spinnen eklig findet, der kann vermutlich auch diesem Exemplar nichts abgewinnen. Doch halt – keine Vorurteile! Dieser haarige Achtbeiner ist etwas Besonderes. Denn im Unterschied zu anderen Spinnentieren ist Habronattus aus Nordamerika nicht nur bunt behaart, sondern die Springspinne kann auch Farben sehen. „Das ist ziemlich selten“, erklärt Nate Morehouse von der University of Cincinnati , „weil die meisten Spinnen normalerweise nicht die visuelle Empfindlichkeit besitzen, andere Farben als trübe Blau-, Grün- und Brauntöne wahrzunehmen“.

Nur einige Springspinnen können das. Dazu gehören neben Habronattus auch Maratus aus Australien, die beide nicht viel größer als ein Marienkäfer sind. Wie Biologe Morehouse herausfand, haben die beiden Spinnenarten unterschiedliche Mechanismen entwickelt, Farben zu erkennen. Die Habronattus-Spinnen besitzen einen Rotfilter auf ihrer Netzhaut, der in Verbindung mit den auf grün spezialisierten Netzhautzellen Farben im roten, orangen und gelben Wellenbereich sichtbar macht. Maratus hingegen hat eigene Netzhautzellen fürs Rotsehen entwickelt.

Das Farbsehen erklärt auch, warum die Männchen dieser Spinnen bunt behaart sind – zumindest die Männchen. Die nutzen ihre Prachtmähne, um bei ihren Balztänzen Weibchen anzulocken. Die farbigen Partien tragen die Achtbeiner allerdings nur an der Unterseite des Körpers. So erkennen etwa Vögel, die auf Futtersuche sind, von oben nur etwas mattes Braunes. Die Spinnen sind somit gut vor Fressfeinden getarnt.

Foto: Thomas Shahan

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© wissenschaft.de – Martin Vieweg/Karin Schlott
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