Stellare Schönheit - wissenschaft.de
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Bild der Woche

Stellare Schönheit

Foto: ESO

Die Spiralgalaxie NGC 3981 aus dem Sternbild Becher zeigt sich im Bild eleganter als ihr nüchterner Name vermuten lässt. Die Aufnahme entstand am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile.

Manchmal verstellen Wolken oder eine hohe Luftfeuchtigkeit den Blick auf die Atmosphäre über dem Observatorium. Solche Bedingungen wirken sich unter anderem negativ auf die Bildschärfe der Teleskop-Aufnahmen aus. Aber auch die Helligkeit von Objekten kann nur schwer bestimmt werden. Sehr helle, großflächige Objekte wie NGC 3981 lassen sich trotzdem ablichten – zwar nicht in wissenschaftlicher Detailtreue, aber immerhin sind die Bilder ein Hingucker. So ist das Foto auch Teil des „Cosmic-Gems“-Programm der ESO (zu Deutsch: kosmische Edelsteine), für das Himmelsobjekte von ihrer schönsten Seite gezeigt werden sollen.

Ästhetisch ist NGC 3981 allemal: Die etwa 65 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie ist leicht zur Erde geneigt, sodass Beobachter direkt in ihr helles energiereiches Zentrum blicken können, in dem sich ein supermassereiches Schwarzes Loch befindet. Auffällig sind zudem die vielen heißen, jungen Sterne, die die Galaxie durchziehen. Sie sind als rötliche Bereiche im Bild erkennbar. Diese entstehen, wenn die intensive UV-Strahlung solcher Sterne Wasserstoffgas in deren Umgebung ionisiert.

Neben der Hauptattraktion hat sich noch ein Asteroid in die Aufnahme „geschlichen“. Er ist als dünne, kurze Linie am oberen Rand erkennbar – fast mittig über der Galaxie auf Höhe des leuchtenden Sternes am rechten Bildrand. Die Linie veranschaulicht den Entstehungsprozess des Bildes. Wer genau hinsieht, erkennt: Die Linie teilt sich in einen blauen, einen grünen und einen roten Abschnitt auf. Das zeigt, dass das Foto von NGC 3981 aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt ist.

Zunächst hat eine Spezialkamera die blauen Lichtanteile (circa 450-490 Nanometer) über einen längeren Zeitraum hinweg aufgezeichnet. Daher rührt der blaue Abschnitt der Asteroiden-Linie. Anschließend wurden der grüne Bereich des sichtbaren Lichtspektrums (circa 490-560 Nanometer) und der rote Bereich (circa 630-700 Nanometer) aufgezeichnet.

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