Stillleben mit Streptokokken - wissenschaft.de
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Bild der Woche

Stillleben mit Streptokokken

Bild: NIH National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID)

Wie ein stilisiertes Bild aus der Natur, ein bisschen wie Beeren am Strauch sehen diese Bakterien aus. Die Aufnahme ist im Elektronenmikroskop entstanden. Doch diese Exemplare sind alles andere als harmlos für den Menschen. Bei den roten „Beeren“ handelt es sich um Mikroben der Art Streptococcus pyogenes. Das Bakterium verursacht beim Menschen ungefähr 700 Millionen Erkrankungen pro Jahr – meistens Mandelentzündungen. Sogenannte A-Streptokokken können aber auch lebensbedrohliche Krankheiten auslösen wie das Kindbettfieber. Nach einer Entbindung können Keime leicht über den Muttermund in den Körper der Mutter gelangen, und die Gebärmutter und andere Organe infizieren. Um A-Streptokokken besser bekämpfen zu können, versuchen Mediziner schon länger, einen Impfstoff zu entwickeln. Diesem Ziel sind nun Forscher um James M. Musser am Houston Methodist Hospital einen kleinen Schritt näher gekommen.

Dazu untersuchten die Mediziner, wie das Genom, das Transkriptom und die Virulenz bei den Streptokokken zusammenspielen. Als Transkriptom werden alle RNA-Moleküle bezeichnet, die zu einem bestimmten Moment in einer Zelle entstehen. Mit Virulenz oder Pathogenität meinen Mediziner die Fähigkeit eines Virus oder einer Bakterie, Krankheiten auszulösen.

Was beim Wechselspiel dieser Bereiche in A-Streptokokken geschieht, haben die Forscher mithilfe von KI ausgewertet. James A. Musser erklärt: „Eines der sehr unerwarteten und aufregenden Dinge, die wir entdeckt haben, ist eine Strategie der A-Streptokokken, mit der sie ernsthafte Erkrankungen beim Menschen auslösen. Dieser Mechanismus kontrolliert die Virulenz und bestimmt, ob der Organismus nur ein Krankheitserreger wird oder ein wirklich aggressiver fleisch-zehrender Krankheitserreger wird.“ Musser hofft, auf der Grundlage der neuen Erkenntnisse in naher Zukunft einen Impfstoff oder eine neue Therapie gegen Kindbettfieber zu entwickeln.

Die Forschungsergebnisse erschienen in Nature Genetics.

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