Wandmalerei im Schlafzimmer - wissenschaft.de
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Bild der Woche

Wandmalerei im Schlafzimmer

Foto: Cesare Abbate/Parco Archeologico di Pompei

Spärlich umhüllt von einem hellbraunen Tuch, sitzt die halbnackte Frau auf einem Stuhl. Sie trägt das Haar mit einem goldfarbenen Reifen gebunden. Auf ihrem Schoß hat sich ein weißer Schwan niedergelassen.

Diese Wandmalerei entdeckten jüngst Archäologen bei Grabungen in der Via del Vesuvio in Pompeji. Die Szene zierte das Schlafzimmer eines Hauses, das – wie die ganze Stadt – 79 n. Chr. unter der Asche des Vulkans Vesuv begraben wurde. Pompeji wurde dadurch gut konserviert, ist eine der am besten erhaltenen Ruinen-Städte der Antike und UNESCO-Welterbe.

Wer sich mit griechischer Mythologie auskennt, weiß, warum die Malerei ins Schlafzimmer passt. Abgebildet ist Leda, wie sie von Göttervater Zeus in Form eines Schwans verführt wird. Laut der Sage schläft sie mit ihm – und noch in derselben Nacht auch mit ihrem Mann, König Tyndareos. Daraufhin gebar sie vier Kinder. Eines davon ist die als sehr schön bekannte Helena, die laut der Sage aus einem Ei schlüpfte. Sie wurde später die Frau des Menelaos und Anlass für den trojanischen Krieg.

Zeus verführte oft in Form eines Tieres

Die Geschichte von Leda und dem Schwan war im antiken Pompeji sehr beliebt. Das belegen die Funde des Motivs an mehreren Hauswänden. Meistens wird Leda stehend abgebildet, also anders als im neu gefundenen Fresko. In einigen Fällen ist sie außerdem nicht während des Liebesspiels dargestellt. Leda und der Schwan sind das Motiv zahlreicher Gemälde – etwa von Leonardo Da Vinci oder Michelangelo.

In der Mythologie war Leda nicht die Einzige, die von Zeus in Form eines Tieres verführt wurde. Berühmt ist beispielsweise die Sage, in der sich Zeus als Stier der jungen Prinzessin Europa annäherte und sie auf seinem Rücken mit auf die Insel Kreta nahm. Dieser Sage verdankt der Kontinent Europa seinen Namen.

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