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Wasserwandel

Wie das Muster auf einem marmorierten Buchdeckel ziehen sich die blauen Wasseradern dahin. Dieses feine Farbgeäst ziert allerdings keine Buchseiten, sondern gehört zum nördlichen Abschnitt des Flusses Jenissei in Russland. Der sibirische Strom misst insgesamt 3487 Kilometer und verläuft auf dem 90. Längengrad von Norden nach Süden – das Satellitenbild oben ist um 45 Grad nach rechts gekippt.

Die Aufnahme zeigt nicht nur den aktuellen Verlauf des Flusses, sondern wie sich der Wasserhaushalt in den vergangenen 30 Jahren verändert hat. Blau gekennzeichnet sind Bereiche, die permanent von Wasser durchflossen sind. Rötlich sind solche Stellen markiert, an denen in den letzten Jahrzehnten das Wasser verschwunden ist.

Der Geologe Jean-François Pekel von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission in Ispra hat mit seinem Team über drei Millionen Landsat-Satellitenbilder ausgewertet, die zwischen 1984 und 2015 aufgenommen wurden. Mit einer Genauigkeit von 30 Metern berechneten sie, in welchen Bereichen die Erdoberfläche mit Wasser bedeckt war oder es noch ist.

Als Gesamtergebnis stellten die Forscher fest, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten circa 90.000 Quadratkilometer Wasserfläche verloren gegangen sind – 70 Prozent davon im Mittleren Osten und Zentralasien. Dieses Wasser ist allerdings nicht verschwunden, sondern hat sich quasi auf alle anderen Kontinente verlagert und bedeckt nun auf die Erde verteilt einen größeren Bereich als zuvor – genauer gesagt 184.000 Quadratkilometer. Als Grund für die Veränderungen nennen die Wissenschaftler den Klimawandel.

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Foto: European Commission / Joint Research Centre 2016

© wissenschaft.de – Karin Schlott
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