Werkstatt Nervenzelle - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Bild der Woche

Werkstatt Nervenzelle

Bild: University of Plymouth

Wenn man sich beim Kochen in den Finger schneidet, kann das richtig schmerzhaft sein. Der Grund: In unseren Fingern verlaufen unzählige Nervenfasern, die bei einer Verletzung Informationen ans Gehirn weiterleiten und uns Schmerz empfinden lassen. In vielen Fällen regeneriert sich unser Gewebe von selbst. Makrophagen-Zellen sorgen dafür, dass die Wunde schnell heilt. Wie genau ihnen das gelingt, haben nun Forscher der englischen University of Plymouth herausgefunden.

Das periphere Nervensystem spinnt sich durch den gesamten menschlichen Körper. Zusammen mit dem zentralen Nervensystem, bestehend aus Gehirn und Rückenmark, ermöglicht es uns, zu fühlen und Muskeln zu bewegen. Eine periphere Nervenzelle besteht aus dem Zellkörper mit Zellkern und Nervenfasern, den sogenannten Axonen. Letztere sind von Schwann-Zellen umgeben und werden so geschützt. Wenn die Nerven durch Unfälle, einseitige Belastungen, Entzündungen oder Tumore beschädigt werden, müssen sie sich selbst reparieren. Auch wenn Axone vollständig durchtrennt sind, kann sich mithilfe der vorhandenen Makrophagen wieder neues Gewebe zwischen den Nervenenden bilden.

Schwann-Zellen und Makrophagen bauen eine Nerven-Brücke

Die Mikroskop-Aufnahme oben zeigt den Reparaturvorgang im verletzten Gewebe einer Maus. Grün eingefärbt sind die Schwann-Zellen. Zwischen den Nervenenden stoßen diese das pink eingefärbte Protein Robo1 aus. Dieses interagiert mit Slit3, einem von den Makrophagen abgesonderten Protein. So entsteht eine Nerven-Brücke, die es den Axonen nach einer Verletzung erleichtert, zu wachsen und sich wieder mit Haut und Muskeln zu verbinden. Zwei Millimeter lang ist diese Nerven-Brücke im abgebildeten Gewebe der Maus.

Die Forscher stehen nun vor der Herausforderung, auch größere Lücken bei menschlichen Patienten zu schließen: Diese können bis zu fünf Zentimeter lang sein. Xin-Peng Dun, leitender Autor der Studie, sagt: „Mehr als eine Millionen Menschen leiden weltweit jedes Jahr an Verletzungen peripherer Nerven. Unsere Arbeit hat das Potenzial, Patienten zu helfen und den Heilungsprozess solcher Verletzungen zu verbessern.“

Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie im Journal „Cell Reports“.

Anzeige

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung

Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Anzeige

Bücher

Wissenschaftslexikon

An|ti|pho|nie  〈f. 19; Mus.〉 = Antifonie

Bu|chen|spin|ner  〈m. 3; Zool.〉 1 〈i. e. S.〉 an Buchen schädlicher Nachtschmetterling 2 〈i. w. S.〉 Rotschwanz, grau mit hellen Flügelbinden, die Raupe gelb–schwarz gepunktet, haarig, mit rotem Haarpinsel als ”Schwanz“: Dasychira pudibundum ... mehr

♦ Ul|tra|so|no|gra|fie  〈f. 19〉 Einsatz von Ultraschallwellen in der Werkstoffprüfung u. Medizin; oV Ultrasonographie ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige