Das Weiße Gold - wissenschaft.de
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Das Weiße Gold

In die etwa 300 Salzgärten im französischen Guérande lassen die Bauern bei Flut Meerwasser einströmen. Das Wasser durchläuft lange Kanäle und mehrere Becken, damit es sich immer mehr konzentriert und schließlich in flachen Verdunstungspfannen kristallisiert. (Foto: © Mikel Landa / Landa-Ochandiano arquitectos)

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In die etwa 300 Salzgärten im französischen Guérande lassen die Bauern bei Flut Meerwasser einströmen. Das Wasser durchläuft lange Kanäle und mehrere Becken, damit es sich immer mehr konzentriert und schließlich in flachen Verdunstungspfannen kristallisiert. (Foto: © Mikel Landa / Landa-Ochandiano arquitectos)

Salz gibt nicht nur der Suppe den richtigen Geschmack, sondern das Mineral hat auch unsere Kulturgeschichte mit einer kräftigen Prise verfeinert. Politisch, wirtschaftlich, gar philosophisch zeigt das weiße Gold seinen Einfluss auf die Menschheit. Denn der Mensch braucht Natriumchlorid zum Überleben. Und der Bedarf macht erfinderisch. Wie sehr, das zeigen die beiden Fotografen Mikel Landa und Luke Duggleby, die das weltweite Traditionshandwerk der Salzbauern in einem wundervollen Bildband dokumentiert haben.

Salz gibt es in zwei Formen: Als Kristall oder gelöst in Wasser. Kristallsalz lässt sich unter- wie übertage abbauen, doch um Salz aus Wasser zu gewinnen, braucht man eine ausgeklügelte Methode. Welche Strategien Menschen auf der ganzen Welt entwickelt haben, um dem Wasser aus Quellen, Seen oder dem Meer das Salz zu entnehmen, beschreiben Landau und Duggleby eindrücklich in ihren Bildern.

Im französischen Guérande etwa haben die Bauern ausgedehnte Salzgärten mit flachen Becken angelegt, die durch Kanäle miteinander verbunden sind. Durch sie strömt langsam Meerwasser, sodass sich das weiße Mineral schrittweise absetzt und immer stärker konzentriert. Anderswo lagert das Wasser tage- oder wochenlang in Salinen und verdunstet allmählich, bis nur noch das Salz übrigbleibt und geerntet werden kann. Wo die Sonne nicht heiß genug scheint, verrichten Feuerstellen die Verdunstungsarbeit. Chinesische oder thailändische Bauern lassen die Salzlauge in großen Kesseln sieden. Und nicht weniger mühevoll schürfen Arbeiter in Äthiopien und Bolivien in Salzwüsten nach dem kristallinen Mineral. Mit Äxten brechen sie die Kruste auf, um Salzblöcke aus dem Boden zu hieven.

Kulturreise zum Salz

Mikel Landa und Luke Duggleby haben alle fünf Kontinente bereist und traditionelle Salzbauern bei der Arbeit fotografiert. Mit ihren Bilder gelingt es ihnen nicht nur die technische Neugier zu befriedigen, sondern auch das Wesen der Bauern und ihre Lebenskultur einzufangen. Die geduldigen Mühen der Salinenbetreiber oder die Anstrengungen der Salzarbeiter im Bergwerk – Landa und Duggleby zeigen die Salzgewinnung hautnah, sodass der Betrachter zum Zuschauer wird.

Die beiden Fotografen geben zu jedem Ort eine Bildauswahl samt kurze Beschreibung, wie dort das Salz gewonnen wird. Am Ende ihres Buches folgt eine Reihe von Essays, geschrieben von Experten, die hier die Geschichte des Salzbaus, seine gesundheitliche, gastronomische und philosophische Bedeutung sowie die geologische Entstehungsgeschichte des Salzes kurz und bündig erläutern. Zusammen mit den liebevoll formulierten und informativen Bildunterschriften verleihen sie diesem wundervollen Bildband den letzten Schliff.

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Das Buch

Mikel Landa, Luke Duggleby
Salz der Erde
Mare, Hamburg 2015, 304 Seiten, € 79,-

Die Autoren

Mikel Landa (*1965), Dozent an der Universität Navarra, ist Spezialist für die Restaurierung historischer Holzbauten. Er leitete eine Stiftung zur Instandhaltung der jahrtausendealten Salinen von Añana nahe Bilbao. Seit den 1980er-Jahren widmet er sich auch der Fotografie.
(Foto: © Alazne Ochandiano)

Luke Duggleby (*1977) studierte Fotografie in Großbritannien. Er lebt in Bangkok. Mehrere seiner Arbeiten sind preisgekrönt.
(Foto: © Luke Duggleby)

 

 

 

 

 

 

 

 

© wissenschaft.de – Karin Schlott
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