Die reiche Dame von Zülpich - wissenschaft.de
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Die reiche Dame von Zülpich

Sarkophag_12_Glasschale

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Eine kunstvolle Glasarbeit: Die kleine Griffschale wurde eigens als Grabbeigabe hergestellt. Das Gefäß im Miniaturformat soll metallenes Handwaschgeschirr nachahmen. (Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn)

Im rheinländischen Zülpich haben Archäologen einen Sensationsfund gemacht: Bei einer Notgrabung entdeckten sie einen unberührten Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. – und darin das Skelett einer römischen Frau samt ihres reichen Beigabenschatzes. Die restaurierten Funde wurden nun vorgestellt.

Archäologen wissen schon länger, dass im Boden von Zülpich Reste aus der Römerzeit schlummern. 1929 stießen Bauarbeiter dort auf eine Thermenanlage. Bis in die 1980er-Jahre legten Archäologen das 400 Quadratmeter große Badehaus frei, das heute als die am besten erhaltene Therme nördlich der Alpen gilt. Dass die Römer weit im Norden des Imperium Romanum ein Bad bauten, hatte einen guten Grund: In Zülpich, dem antiken Tolbiacum, kreuzten sich mehrere Fernstraßen. Der dörfliche Ort verknüpfte die wichtigen Militärstandorte in Bonn und Neuss sowie die römischen Städte von Köln und Trier.

Die Bewohner Tolbiacums profitierten offenbar von der verkehrsgünstigen Lage. Darauf deutet auch ein seltener Fund hin: 2017 legten Archäologen bei einer Notgrabung einen tonnenschweren Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. frei. Der Steinkasten ist seit der Antike unberührt, und der reiche Beigabenschatz ist vollständig erhalten. Neben Schmuck, Glasgefäßen und Gewandnadeln kam auch ein einzigartiges Klappmesser ans Licht, dessen Griff als Herkules-Figürchen gearbeitet ist.

Über den Fund berichteten wir auch an anderer Stelle auf wissenschaft.de

Um keine Grabräuber anzulocken, hat das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Entdeckung bis Sommer 2018 geheim gehalten. Mit einem Kran hatten die Archäologen den Sarkophag Anfang September 2017 geborgen und per Tieflader nach Bonn ins LVR-Museum befördert. Dort öffneten die Forscher dann den fast zweieinhalb Meter langen und gut einen Meter breiten Steinsarg.

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Der Fundort im Gewerbegebiet Zülpichs war in der Antike neben der Via Agrippa gelegen – einer Fernstraße, die von Köln über Zülpich und Trier bis ans Mittelmeer führte. Wie es in der Antike üblich war, lagen Gräber und Friedhöfe außerhalb der Städte und Ortschaften. Das Grab befand sich zudem in der Nähe eines römischen Landguts, wie die Archäologen aus Luftbildern und Suchgrabungen wissen.

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