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Explosion der Lebensformen

Was aussieht wie blaue Blumenvasen ist eigentlich eine Gattung der Manteltiere. Sie leben als sesshafte Lebensform auf dem Meeresboden. Foto: © California Academy of Sciences

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Was aussieht wie blaue Blumenvasen ist eigentlich eine Gattung der Manteltiere. Sie leben als sesshafte Lebensform auf dem Meeresboden. Foto: © California Academy of Sciences

Die Riffe rund um die Inseln der Philippinen gehören zu den artenreichsten Gegenden, die die Erde überhaupt zu bieten hat. Dennoch wissen Forscher bisher nur wenig darüber, welche Arten dort tatsächlich leben. Bei einer siebenwöchigen Expedition haben Wissenschaftler der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften mehr als hundert neue Arten entdeckt. Die Bilder, die sie mitgebracht haben, sind ein Spektakel an Farben und Formen.

Der Zoologe Terry Gosliner vergleicht seine Expedition mit einer großen Unterwasser-Ostereiersuche. „Es war einer der aufregendsten wissenschaftlichen Tauchgänge in den 50 Jahren meiner Karriere“, sagt er. Gosliner und seine Kollegen fanden allein mehr als 40 neue Unterarten von Seeschnecken in vielen verschiedenen Farben und Mustern. Die Forscher entdeckten Rankenfußkrebse ebenso wie einen Herzigel, der als „lebendes Fossil“ gilt. Die Art lebt schon seit 50 Millionen Jahren auf der Erde. Bisher hatte man stets nur Skelette der runden Tiere entdeckt, jetzt hat sich gezeigt, dass sehr wohl noch lebende Exemplare davon existieren.

Die Zwielichtzone – weiter weg als der Mond

Während der Expedition tauchten die Wissenschaftler auch in die sogenannte „Zwielichtzone“, wie das Meer in einer Tiefe zwischen 200 und 1000 Metern genannt wird. Sie liegt zwar über der Tiefe, in der sich U-Boote bewegen können, aber unterhalb der Zonen, in die Taucher normalerweise vordringen. Nur mit besonderer Ausrüstung waren die Tauchgänge möglich. Es seien mehr Menschen auf dem Mond gewesen als in der Zwielichtzone, sagt Bart Shepherd, Leiter des Aquariums an der Kalifornischen Akademie.

Die Erforschung der Biodiversität im Korallenriff soll vor allem helfen, diesen Lebensraum zu schützen. In den nächsten Monaten werden die Wissenschaftler die Funde der Expedition genauer untersuchen. Mit DNA-Sequenzierung und ähnlichen Methoden sollen die Zuordnungen der neu entdeckten Lebewesen überprüft werden. Die Listen der Arten sowie Karten ihrer Verbreitungsgebiete sollen Entscheidungen über zukünftige Schutzmaßnahmen erleichtern und Hinweise darauf geben, welche Gebiete besonders schützenswert sind, so die Forscher.

© wissenschaft.de – Henrike Wiemker
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