Graue Geschichte in Farbe - wissenschaft.de
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Bildergalerien

Graue Geschichte in Farbe

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Bild 5 von 10

Die Frau im Bild ist Florence Owens. Ihr Gesicht ist zum Sinnbild für die Hilflosigkeit vieler Amerikaner in den 1930er-Jahren geworden. Während der Großen Depression, die auf den Wall-Street-Crash 1929 gefolgt war, fehlte es den Menschen an Arbeit, Geld und Essen. (Foto: Getty Images/koloriert von Marina Amaral)

Der Erfinder Thomas Edison, der Unternehmer John Rockefeller und der Aktivist Nelson Mandela – sie alle sind Gesichter der neueren und neuesten Geschichte. Der Bildband „Die Welt von gestern in Farbe“ erzählt von den größten Erfolgen in Wissenschaft und Wirtschaft in der Zeit von 1850 bis 1960. Die Bilder illustrieren Kämpfer für Freiheit und Unabhängigkeit und zeigen Leid und Hunger durch Krieg. Dabei ist es ein etwas anderes Geschichtsbuch: Denn wie der Titel verrät, kann der Leser erstmals Fotos aus der Vergangenheit in Farbe betrachten.

1896 fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Eine Schwarz-Weiß-Fotografie dokumentiert den 100-Meter-Lauf. 1937 ging die „Hindenburg“ in Flammen auf. Der Absturz des Luftschiffs ist ebenfalls fotografiert worden – in schwarz-weiß. Für einen Bildband hat nun die Brasilianerin Marina Amaral diese Bilder und 200 weitere historische Fotos koloriert. Statt mit Leinwand und Pinsel arbeitete sie am Computer. Trotzdem musste sie jedes Bildsegment von Hand kolorieren. Der Arbeit am Bildschirm gingen aufwendige Recherchen im Web und in Archiven voran. Für den Bildband sprach die Koloristin, wenn möglich, auch mit Zeitzeugen, um die Originalfarben etwa von Soldatenwesten oder Häuserfassaden zu rekonstruieren.

Farben verleihen Leben

Zu jedem Foto erklärt der britische Journalist, Autor und Historiker Dan Jones die Hintergründe. Das Buch ist chronologisch aufgebaut und jedes der elf Kapitel befasst sich mit einem Jahrzehnt der neueren und neuesten Geschichte. Der Leser erfährt auch, was die Menschen im jeweiligen Jahrzehnt umtrieb und unter welchen Umständen die Fotografien entstanden sind.

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Amaral und Jones präsentieren in ihrem Bildband historische Fotos neu und haben so ein fesselndes Geschichtsbuch geschaffen. Sie haben eine gelungene Auswahl getroffen und sich sichtlich bemüht, möglichst viele Facetten der jüngeren Vergangenheit abzubilden. So erfährt der Betrachter auch Details aus der Geschichte von Ländern, die hierzulande im Schulunterricht nicht besprochen werden.

Das einzige Manko: Nur wer das ursprüngliche Bild in schwarz-weiß kennt, begreift, wie sich ein Foto durch Farbe verändert. Allein mit dem Bildband kann der Betrachter den Vergleich nicht ziehen, weil ausschließlich die kolorierten Versionen abgedruckt sind. Wer diesen Vergleich haben möchte, wird online fündig: Für die Bilder-Galerie „Faces of Auschwitz“ hat Amaral die Fotos von Holocaustopfern eingefärbt. Mit einem Regler lässt sich zwischen Original und Farbbild hin- und herschalten. Dabei wird deutlich, wie die Farbe den abgebildeten Menschen Leben verleiht. In Zusammenarbeit mit dem Museum Auschwitz möchte Amaral mithilfe der kolorierten Porträts die Geschichten der Menschen erzählen, die in dem Konzentrationslager litten und starben.

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Dan Jones und Marina Amaral
Die Welt von gestern in Farbe
Eine neue Geschichte der Welt von 1850 bis 1960
Mit über 200 historischen Fotografien erstmals in Farbe
Riva Verlag, München 2018, € 29,99

Auf dem Cover: Das deutsche Luftschiff LZ 129 Hindenburg geht am 6. Mai 1937 bei der Landung in New Jersey in Flammen auf. (Foto: Getty Images/koloriert von Marina Amaral)

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Ver|stop|fung  〈f. 20〉 1 das Verstopfen 2 〈Med.〉 unregelmäßige, erschwerte od. ausbleibende Darmentleerung; ... mehr

Im 20. Jahrhundert haben totalitäre rechte und linke Ideologien je auf ihre Weise unermessliches Unheil angerichtet. Ganz nebenbei haben sie auch die Wirtschaft der Länder ruiniert, in denen sie an der Macht waren. Trump hat daraus nichts gelernt. Er hat es auch schwer zur Zeit. Erst will Dänemark ihm nicht Grönland verkaufen, jetzt zahlt ihm auch noch China seine Strafzölle mit gleicher Münze heim. Da kann man schon mal richtig ärgerlich werden. So kann man mit der Hegemonialmacht des 20. Jahrhunderts doch nicht umgehen! Der große Dealmaker reagiert wie ein verwöhntes Kind, das seinen Willen nicht bekommt und sucht sich jemanden zum Herumkommandieren. Wenn die Chinesen nicht spuren, dann vielleicht die amerikanischen Unternehmen? Ihnen, so Trump, ist „hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen“.

Dass er gegenüber der Wirtschaft das Primat der Politik aufzeigt, ist nicht das erste Mal, damit begannen unsere Trump Lectures hier. Man könnte das als Rehabilitation der ursprünglich einmal freiheitlichen Idee des Sozialismus sehen. Wenn man Sozialismus als eine Perspektive begreift, den Menschen nicht zum Spielball von Profitinteressen zu machen, Freiheit auch als Freiheit von den Zwängen der Kapitalverwertung zu verstehen, ist das ja eine durchaus sympathische Idee. Man könnte dazu natürlich auch soziale Marktwirtschaft sagen (in einem emphatischen Wortsinn, nicht als Orwellscher INSM-Neusprech). Wenn man Sozialismus dagegen so versteht, dass anstelle von Kapitalinteressen Staatsfunktionäre in einer Kommandowirtschaft alles nach ihrer Pfeife tanzen lassen, dann ist das weder eine sympathische Idee noch wird es ökonomisch gut gehen. Siehe die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aber woher soll Trump das wissen?

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2019/08/24/von-trump-lernen-teil-13-wie-sozialismus-nicht-funktioniert/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=von-trump-lernen-teil-13-wie-sozialismus-nicht-funktioniert

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Ve|nen|ent|zün|dung  〈[ve–] f. 20; Med.〉 meist mit Thrombose verbundene, durch Bakterien hervorgerufene Entzündung der Venen; Sy Phlebitis ... mehr

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