Metamorphose im Mikroskop - wissenschaft.de
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Metamorphose im Mikroskop

Hornisse 40x

Bild 3 von 8

Zwischen den Facettenaugen einer Hornisse befinden sich drei Punktaugen, die sogenannten Ocellen. Sie steuern vermutlich die Licht-Empfindlichkeit der Facettenaugen und helfen bei der Orientierung. (Foto: Nicole Ottawa und Oliver Meckes)

Aus Raupen werden Schmetterlinge, aus Maden Fliegen und aus Larven Käfer – die Metamorphose ist ein skurriler biologischer Prozess. Als Larve fressen sich die Insekten fett und verdauen sich dann quasi selbst, um zum erwachsenen Tier zu werden. Wie sehr sich das Aussehen der Insekten wandelt, stellt ein neuer Bildband mit atemberaubenden Mikroskop-Porträts vor.

Meist rücken Insekten den Menschen auf den Pelz und nicht umgekehrt. Denn mit einer Größe zwischen 1 und 20 Millimeter sind die meisten Arten viel zu klein, um ihre Körper mit dem bloßen Auge zu erfassen. Doch was unser Auge nicht sehen kann, zeigt das Elektronenmikroskop. Die Fotografen Nicole Ottawa und Oliver Meckes sind den chitingepanzerten Tieren damit ganz nah gekommen. Sie lichteten die Wandelfähigkeit der Insekten ab – ihre Metamorphose vom Larvenstadium zum adulten Tier. In ihrem eindrucksvollen Bildband haben sie die Insekten im Mikroskop in Großaufnahme porträtiert.

Zu den Bildern, die Nicole Ottawa gemäß der natürlichen Färbung koloriert hat, haben zwei ausgewiesene Wissenschaftsautoren, Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld, informative Texte beigesteuert. Unterteilt nach Ordnungen wie Hautflügler, Käfer und Schmetterlinge blickt man zahlreichen Insekten ins madenfette oder antennenbekrönte Antlitz. Zu jeder der gezeigten Arten erläutern Straaß und Lieckfeld, wie die Insekten leben, fressen und sich fortpflanzen. Dazu verdeutlichen Fotos der lebenden Tierchen, welche Fülle an Details die Mikro-Ansicht erschließt.

Denn für ihr Foto-Shooting im Elektronenmikroskop müssen die Insekten ihr Leben lassen. Am Ende des Bands erläutern die Autoren den aufwendigen Prozess, um Schmetterlinge, Käfer, Bienen und Fliegen fürs Mikroskop zu konservieren. Per Kühlung und in tagelangen Alkoholbädern bereiten Ottawa und Meckes ihre Insekten-Proben auf, besprühen sie schließlich mit Gold und schieben sie dann ins Vakuum des Elektronenmikroskops. Die Beschreibung solcher technischen Vorgänge ist ebenso spannend wie das Ergebnis: die Porträt-Bilder von kleiner und großer Eintagsfliege, Hornisse oder Kriebelmücke.

Oliver Meckes und Nicole Ottawa (Fotografen),
Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld (Autoren)
Wandlungskünstler
Die geheime Erfolgsgeschichte der Insekten
Dölling und Galitz, München/Hamburg 2018, € 24,90

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