Wie die Natur Sperrgebiete erobert - wissenschaft.de
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Wie die Natur Sperrgebiete erobert

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Diese seltene Dünen-Springspinne schaut zwischen Patronenhülsen hervor. Entdeckt sie ein Insekt, macht sie einen kräftigen Sprung und erbeutet es. (Bild: Sebastian Hennigs/Knesebeck Verlag)

Wo zu Zeiten des Kalten Krieges Soldaten den Ernstfall probten, wachsen heute Heiden und Wälder. Unzählige Insekten zeugen von der Artenvielfalt auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Der Fotograf Sebastian Hennigs zeigt im Bildband „Explosives Erbe“ auf 200 Fotos, wie sich die Natur die weiten Flächen zurückgeholt hat.

Insbesondere in Brandenburg lässt sich beobachten, wie die Natur auf beeindruckende Weise verseuchte Böden und trockene Gelände in wunderschön blühende Heidelandschaften verwandelt. Die schweren Fahrzeuge des Militärs hatten die Vegetation weitgehend eingestampft. Heute bieten solche Heiden Tieren wie den Zauneidechsen ein Habitat. Doch wie wird ein Truppenübungsplatz zum Naturschutzgebiet? Dafür braucht es vor allem das Engagement von Stiftungen und Organisationen. Und manchmal ist eine Nutzung durch den Menschen ausgeschlossen, weil die vollständige Entfernung von Munitionsresten langwierig und teuer ist.

Hennigs hat seinen Bildband nach den verschiedenen Lebensräumen von Säugetieren, Insekten und Amphibien aufgeteilt: Aus Sandwüsten entstehen Graslandschaften, daraus Heiden und aus denen wiederrum Wälder. Der Bildband schließt mit dem Lebensraum Wasser ab. Kurze Exkurse zu Wölfen, Fledermäusen, Feuer, Käfern, Moorfröschen und Urzeitkrebsen ergänzen die Kapitel.

Herausragende Makroaufnahmen

Zu sehen sind Landschaftsbilder, aufgenommen im Weitwinkel, und detailreiche Makroaufnahmen von Blüten und Insekten. Besonders herausragend sind etwa die Fotos der Blauflügel-Prachtlibelle. Sie wird ihrem Namen gerecht, denn sie schillert in verschiedenen Blautönen. Hennigs war richtig nah dran: Der Betrachter erkennt die feinen Härchen am Kopf und den Beinen der Libelle und blickt in die 30.000 Einzelaugen, durch die Libellen jede noch so kleine Bewegung in Sekundenschnelle wahrnehmen. Bei einem anderen Foto muss man genauer hinschauen, bis man die sandfarbene Dünen-Springspinne zwischen den Patronenhülsen sitzen sieht (siehe oben).

Hennigs ist studierter Geowissenschaftler und beschreibt, wo der Sumpf-Weichwurz wächst und warum sich die Rote Röhrenspinne in Birkenwäldern wohl fühlt. So lernt der Leser allerlei zu den Bewohnern ehemaliger Truppenübungsplätze. Dieser Bildband macht Lust, selbst auf Entdeckungstour in der Natur unterwegs zu sein.

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Sebastian Hennigs
Explosives Erbe
Natur und Artenvielfalt auf alten Truppenübungsplätzen
Knesebeck Verlag, München 2018, € 35,00

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