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Erde+Klima

Beendete ein Doppelschlag die Dino-Ära?

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Diese Grafik verdeutlicht das Studienergebnis: Die Materieanomalien am Meeresboden im Bereich der Mittelozeanischen Rücken sind als Funktion des Meeresbodenalters dargestellt. (Grafik: Courtesy of Joseph Byrnes)
Die Ära der Dinosaurier endete mit einem Paukenschlag – doch die Asteroidenkollision hat neben ihrer direkten Zerstörungskraft offenbar noch für einen zweiten fatalen Effekt gesorgt, belegen neue Studienergebnisse: Die enorme Erschütterung hat den Vulkanismus auf der Erde verstärkt. Neben gewaltigen Eruptionen im heutigen Indien kam es den Untersuchungsergebnissen zufolge auch an den tektonischen Plattengrenzen zu verstärkter Magmaauschüttung. Die Kombination des Erstschlags und des verstärkten Vulkanismus könnte demnach für das Ausmaß des Massenausterbens am Ende der Kreidezeit gesorgt haben.

Asteroideneinschlag oder eher gigantische Vulkanausbrüche – was führte maßgeblich zum Massensterben am Ende der Kreidezeit? Für beide Möglichkeiten gibt es Indizien, was zu einer langanhaltenden Debatte über diese Frage geführt hat. 2015 kamen Forscher erstmals zu dem Schluss, dass beide Effekte verknüpft gewesen sein könnten und ihre Kombination zum Aussterben von drei Vierteln aller Tier- und Pflanzenarten geführt hat. Sie lieferten konkrete Hinweise darauf, dass die „Bombe“ aus dem All durch seismische Wellen gigantische Vulkanausbrüche im Bereich des sogenannten Dekkan-Trapp im heutigen Indien verstärkt hat. Die dortigen Eruptionen brodelten noch lange nach dem verheerenden Erstschlag weiter, verpesteten die Atmosphäre und verschärften dadurch das Massenaussterben, so die Theorie.

Der Einschlag ließ das Magma quellen

Für das Doppelschlag-Szenario liefern die Forscher um Leif Karlstrom von der University of Oregon in Eugene nun weitere Indizien. Es zeichnet sich ein größeres Ausmaß der Katastrophe ab. Sie fanden im Bereich der tektonischen Plattengrenzen am Meeresboden Hinweise auf eine ungewöhnlich starke vulkanische Aktivität vor genau 66 Millionen Jahren. An den Bruchzonen wurden in dieser Zeit demnach deutlich erhöhte Mengen von Magma freigesetzt. Wie auch im Fall der Eruptionen im Bereich des Dekkan-Trapp war den Forschern zufolge wohl der Schockimpuls der Auslöser, der nach dem Einschlag des Chicxulub-Asteroiden durch den Planeten raste. Vermutlich ist der marine Vulkanismus zu den Eruptionen im heutigen Indien hinzugekommen und könnte dadurch die Umweltveränderungen nach dem verheerenden Einschlag zusätzlich geprägt haben, sagen die Forscher.

Ihre Ergebnisse basieren auf Auswertung von Daten zur Beschaffenheit des Meeresbodens und der Verschiebungsaktivitäten an den Plattengrenzen. Diese Informationen ließen Rückschlüsse über das Alter bestimmter Formationen am Meeresgrund zu. Um Informationen über Magmamengen zu bekommen, die an den Plattengrenzen einst ausgetreten sind, analysierten die Forscher Satellitendaten über Gravitationsanomalien im Bereich des Meeresbodens. Wie sie erklären, sind ungewöhnliche Materieansammlungen für diese Schwerkrafteffekte verantwortlich. Sie liefern somit Hinweise auf einstige Phasen der verstärkten Magmaausschüttung.

Fataler Kombinationseffekt als Folge des Einschlags

Auf diese Weise entdeckten die Wissenschaftler entlang der Kämme der Mittelozeanischen Rücken Hinweise auf eine vorübergehende Verstärkung des marinen Magmatismus vor 66 Millionen Jahren. „Wir fanden Belege für eine bisher unbekannte Phase der globalen Vulkanaktivität während des Massenaussterbens“, sagt Co-Autor Joseph Byrnes. „Die Studie klärt damit zwar nicht, inwieweit diese Effekte zum Aussterben der Dinosaurier beigetragen haben. Sie belegt aber eine erhöhte globale vulkanische Aktivität genau während der bekannten Umweltkrise.“ Karlstrom ergänzt: „Unsere Arbeit legt damit eine Verbindung zwischen den katastrophalen Ereignissen nahe, die letztlich den ganzen Planeten heimgesucht haben: Der Einschlag des Asteroiden könnte die vulkanischen Eruptionen beeinflusst haben, die schon im Gange waren, was letztlich zu einem fatalen Doppelschlag geführt hat“, so das Fazit des Forschers.

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Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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