Kohlendioxid-Fresser am Meeresgrund - wissenschaft.de
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Kohlendioxid-Fresser am Meeresgrund

Einen natürlichen See aus Kohlendioxid haben Forscher im Okinawa-Trog zwischen Japan und Taiwan in 1300 Meter Wassertiefe entdeckt. Und: Sie stießen auf Bakterien, die im flüssigen CO2 leben und sich davon ernähren. Diese überraschenden Befunde sind das Resultat von Expeditionen des Extremobiosphere Research Center, Yokosuka/ Japan, und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie, Bremen.

Wie der Max-Planck-Forscher und Mikrobiologe Marcel Kuypers erklärt, handelt es sich nicht um einen See, wie man ihn von der Erdoberfläche her kennt: „Das flüssige CO2 steckt in den Porenräumen zwischen den Partikeln von Ablagerungen und gelangte durch vulkanische Prozesse aus dem Untergrund in den Meeresboden.“

Das Ziel der japanisch-deutschen Expeditionen war die Erforschung der Lebensgemeinschaften am Grund des stark von Vulkanismus geprägten Meeresgebietes. Besonderes Interesse galt einem Bereich, der sich durch hohe Methan- und CO2- Konzentrationen auszeichnet. Am Meeresboden vor Japan taucht ozeanische Kruste in die Tiefe: Die Pazifische Platte schiebt sich hier langsam unter die kontinentale Platte Asiens. Dabei schmilzt die ozeanische Kruste auf, vulkanische Gase und mineralreiche Lösungen dringen nach oben und entweichen in einem so genannten Hydrothermal-feld aus dem Meeresboden.

„Aufgrund des hohen Drucks und der niedrigen Temperaturen in 1300 Meter Tiefe bleibt das CO2 flüssig“, erklärt Kuypers die Bildung des Kohlendioxid-Sees. „Über dem See fanden wir einen Deckel aus festen CO2-Hydraten.“ Wie beim bekannteren Methan-Hydrat ist hierbei Gas in der Kristallstruktur von Wasser-Eis gefangen.

Dass im flüssigen Kohlendioxid Bakterien leben, hält Mikrobiologe Kuypers für eine Sensation, denn „CO2 hilft im Labor sogar dabei, Proben bakterienfrei zu machen. Doch unsere Untersuchungen zeigten eindeutig, dass die gefundenen Bakterien das CO2 zur Energiegewinnung nutzen und es dabei abbauen.“

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