Macht des Schicksals? - wissenschaft.de
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Erde+Klima

Macht des Schicksals?

KLIMAWANDEL Eisbären gehören zu den imposantesten Tieren, die die Natur schuf. Dass es sie in stattlicher Anzahl gibt, verdanken sie weniger ihrer überlegenen Kraft als ihrem abgelegenen Lebensraum. Würden auf Spitzbergen, in Grönland oder in Nordkanada die Menschen sich so ausbreiten wie anderswo, wäre Ursus maritimus vielleicht schon ausgerottet. Welche Phobie bereits ein einzelner Bär auslösen kann, haben wir mit der Hatz auf Bruno gerade erlebt.

Neuerdings mehren sich Hinweise, dass sich Eisbären untereinander ans Leder gehen. Ausgewachsene Tiere bringen den Nachwuchs der eigenen Art zur Strecke und fressen ihn auf. Möglicherweise ist dieser Kannibalismus ein Weggefährte des Klimawandels (Bericht ab Seite 16). Denn die immer wärmeren Sommer entziehen den Polarbären ihre traditionellen Futtertröge am Eisrand. Klimaforscher gehen davon aus, dass ab Mitte unseres Jahrhunderts im arktischen Sommer kein Meereis mehr vorhanden ist. Dann hat wohl auch die letzte Stunde der Eisbären geschlagen. Und wir Menschen hätten die Art – ohne sie zu bejagen – zur Strecke gebracht.

Die Faszination, die ein arktischer Sommer gegenwärtig noch hat, können bild der wissenschaft-Leser jetzt hautnah miterleben: als Mitglieder der bdw-Expedition an Bord des ehemaligen Forschungsschiffs „Professor Multanovskiy“. Dabei haben Sie die Chance, im Sommer auf Meereis und aller Voraussicht nach auch auf Eisbären zu treffen. Mehr dazu auf den Seiten 24 und 25.

Wenn wir den Klimawandel überhaupt noch stoppen können, dann nur durch drastisches Umschalten in der Energieversorgung und beim Energieverbrauch. Prof. Hermann-Josef Wagner und das Energieforum der Universität Bochum arbeiten am Wie. Ihre Ziele beschreiben sie in einem Sonderheft, das alle Abonnenten gratis erhalten. Meines Wissens ist es das erste Mal, dass Forscher einer deutschen Universität diesen gemeinsamen Schritt hin zur öffentlichen Darstellung ihrer Arbeit unternehmen. Für den Mut gebührt ihnen Anerkennung. Dass sie sich dafür bild der wissenschaft ausgesucht haben, macht uns ein wenig stolz.

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schwerfal|len  〈V. i. 131; ist〉 Mühe verursachen ● diese Arbeit sollte ihm nicht so ~; Mathematik ist ihm schon immer schwergefallen; →a. schwer ... mehr

Que|bra|cho|baum  auch:  Queb|ra|cho|baum  〈[kbrato–] m. 1u; Bot.〉 1 Baum aus einer Gattung der Sumachgewächse: Schinopsis ... mehr

♦ di|plo|id  〈Adj.; Genetik〉 normalen (doppelten) Chromosomensatz enthaltend; Ggs haploid ... mehr

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