Raubsaurier im Küken-Kostüm - wissenschaft.de
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Raubsaurier im Küken-Kostüm

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Künstlerische Darstellung eines Yutyrannus. Credit: Brian Choo
Paläontologen haben in China die Überreste eines bisher unbekannten gefiederten Raubsauriers entdeckt. Schätzungen zufolge wogen die Tiere fast anderthalb Tonnen und besaßen einen ähnlichen Körperbau wie T. rex. Sie sind damit nun die größten bisher bekannten Saurier mit Federkleid.

Seit über zehn Jahren wissen Paläontologen bereits, dass einige Dinosaurierarten Federn besaßen, ähnlich denen der heutigen Vögel. Das belegen Funde aus dem Norden Chinas. Es handelte sich dabei allerdings nur um vergleichsweise kleine Arten: Das bisher größte bekannte Federvieh der Dino-Ära war Beipiaosaurus, mit rund 40 Kilogramm Körpergewicht. Doch nun steht fest, dass sich auch weit größere Saurier in ein Federkleid hüllten, sagen die Forscher um Xu Xing vom Institut für Wirbeltier-Paläontologie und Paläoanthropologie in Peking.

Sie nannten die neue Art Yutyrannus huali – eine sprachliche Kombination aus Latein und Mandarin, die übersetzt ?schön gefiederter Tyrann? bedeutet. Die Fossilien der Raubsaurier stammen von einem Steinbruch in der chinesischen Provinz Liaoning und repräsentieren die Überreste von drei Individuen. Viele Eigenschaften ihrer Anatomie, wie die kleinen Vordergliedmaßen und der lange Schwanz, ähneln denen von T. rex, berichten die Wissenschaftler. Sie schätzen, dass Yutyrannus aber nur rund neun Meter Länge erreichte und etwa 1.400 Kilogramm wog. T. rex war mit seinen 6,8 Tonnen deutlich schwerer, aber im Vergleich zum 40-mal leichteren Beipiaosaurus war Yutyrannus immer noch ein gewaltiger Riese.

Bedeckt von fadenartigen Federn

Die Fossilien von Yutyrannus zeigen zweifelsfrei die Spuren von Federn, sagen Xu Xing und seine Kollegen. Es handelte sich dabei allerdings nicht um steife Schwungfedern, sondern eher um fadenartige Flaumfedern, ähnlich wie bei einem Hühnerküken. Den Wissenschaftlern zufolge hielten sich die Tiere damit wahrscheinlich warm, denn sie lebten in einer Periode der Kreidezeit, von der man annimmt, dass sie eher kühl war.

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Im Gegensatz dazu existierte T. rex am Ende der Kreidezeit, bei vergleichsweise warmen Klimabedingungen. Deshalb brauchte er vermutlich keine wärmenden Federn ? dementsprechend zeigen bisherige Funde von Überresten seiner Haut auch nur Schuppenstrukturen. Das schließe allerdings nicht aus, dass T. rex an bestimmten Körperstellen ebenfalls Federn besessen hat, geben die Forscher zu bedenken. Ihnen zufolge legen die aktuellen Funde nun generell nahe, dass mehr Raubsaurierarten gefiedert gewesen sein könnten als bisher angenommen.

Xu Xing (Institut für Wirbeltier-Paläontologie und Paläoanthropologie, Peking) et al.: Nature, doi:10.1038/nature10906 © wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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Hirsch|horn|salz  〈n. 11; unz.; Chem.〉 Gemisch aus Ammoniumcarbonat, –hydrogencarbonat u. –carbamat, das beim Erhitzen in Kohlensäure, Ammoniak u. Wasser zerfällt, als Treibmittel verwendet [nach der veralteten Gewinnungsmethode aus Horn, Leder u. Klauen]

♦ Di|plom|che|mi|ker  〈[–çe–] m. 3; Abk.: Dipl.–Chem.〉 Chemiker mit abgeschlossener Hochschulbildung

♦ Die Buchstabenfolge di|plo… kann in Fremdwörtern auch dip|lo… getrennt werden.

drei|ge|stri|chen  〈Adj.; Mus.〉 mit drei Strichen versehen, vom eingestrichenen Ton aus (z. B. c′′) nach oben gerechnet in der dritten Oktave liegend ● das ~e C (c′′′)

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