Anzeige
Anzeige

Erde+Klima

Vulkane: Rettungsinseln des Lebens in kalten Zeiten

14-03-10 Vulkanisch.jpg
Vulkanische Dampfschwaden über Vegetation auf den Antarctic South Sandwich Islands. Credit: Image courtesy of Pete Convey.
Tödliche Glut und explosive Gewalt – Vulkane gelten als eine Bedrohung für das Leben. Doch offenbar besitzt die Hitze der Erde auch eine lebensfreundliche Seite, berichten Forscher. Sie haben Hinweise darauf gefunden, dass die Wärme des Vulkanismus vielen Tier- und Pflanzenarten das Überleben während der Eiszeiten ermöglicht hat. Vulkanisch aktive Bereiche bildeten demnach warme Rettungsinseln in den lebensfeindlichen Eislandschaften der Erde.

Die Schlussfolgerungen der Forscher um Ceridwen Fraser von der Australian National University in Canberra basieren auf der Untersuchung von Lebewesen in 43 Regionen entlang der Küste der Antarktis. In zehn von ihnen befindet sich ein geothermisch aktiver Bereich, also warme Quellen oder ein Vulkan. Die Auswertungen der Forscher zeigten, dass die vulkanisch aktiven Bereiche tatsächlich eine besonders hohe Biodiversität aufweisen. Je weiter man sich von den Wärmequellen entfernt, desto mehr nimmt die Zahl der Pflanzen-, Moos-, Pilz- und Insektenarten ab.

60 Prozent der Insektenarten der Antarktis sind endemisch – sie kommen nur hier vor, betonen die Forscher. „Sie sind definitiv nicht erst kürzlich auf dem Kontinent erschienen, sondern es muss sie bereits seit Millionen von Jahren hier geben“, sagt Co-Autor Peter Convey from the British Antarctic Survey. „Irgendwie müssen sie also die extremen Bedingungen während der Eiszeiten, die es in dieser Zeitspanne wiederholt gegeben hat, überstanden haben“, sagt der Wissenschaftler. Die aktuellen Ergebnisse legen nun nahe, dass sie in den vulkanisch aktiven Bereichen überlebt haben und sich von dort aus wieder ausbreiteten, als die Bedingungen günstiger wurden.

Den Forschern zufolge könnten warme Dampfschwaden und Gewässer aus geschmolzenem Eis aber nicht nur in der Antarktis Inseln des Lebens gebildet haben. Auch in anderen Regionen der Erde, die während der Eiszeiten von Eispanzern bedeckt waren, ermöglichten geothermische Bereiche vermutlich die Entstehung von eisfreien Oasen. Hierher konnten sich ebenfalls Lebewesen zurückziehen und in Warmzeiten erneut ausbreiten, glauben Fraser und seine Kollegen.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ur|teils|be|grün|dung  〈f. 20; Rechtsw.〉 Begründung eines Urteils durch das Gericht

Chunk  〈[tnk] m. 6〉 Informationseinheit, die (durch Transfer bei Lernprozessen) im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden kann ● das gleichzeitige Speichern mehrerer ~s im Kurzzeitgedächtnis nennt man ~ing [engl., ”großes Stück, Teil von etwas Größerem“]

Ure|thri|tis  auch:  Ureth|ri|tis  〈f.; –, –thri|ti|den; Med.〉 Harnröhrenentzündung ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige