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Erde|Umwelt

Coole Jungs und heiße Mädels

Bei australischen Buschhühnern bestimmt die Temperatur im Nest das Geschlechterverhältnis beim Nachwuchs: In Jahren mit kalten Sommern bekommen die Hühnervögel mehr Söhne als Töchter, während in warmen Sommern mehr Töchter schlüpfen. Diese Entdeckung australischer Forscher zeigt zum ersten Mal, dass auch bei Vögeln die Bruttemperatur einen Einfluss auf das Geschlecht der Nachkommen haben kann ? ein Effekt, der bislang nur bei Reptilien bekannt war. Ann Göth von der Macquarie-Universität in Sydney und ihr Kollege David Booth beschreiben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2004.0247).

Buschhühner (Alectura lathami) brüten im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln ihre Eier nicht selbst aus, sondern legen sie in Bruthügeln aus aufgeschichtetem organischen Material ab. Im Lauf der Zeit zersetzen Bakterien dieses Material und produzieren dabei Wärme, die zusammen mit der Sonnenwärme die Bruttemperatur innerhalb des Hügels bestimmt. Im Durchschnitt liegt diese Temperatur bei 34 Grad Celsius, kann jedoch abhängig von der Umgebungstemperatur zwischen 30 und 38 Grad schwanken.

Um den Einfluss solcher Temperaturveränderungen auf den Buschhuhn-Nachwuchs zu untersuchen, sammelten Göth und Booth knapp 100 Eier aus natürlichen Bruthügeln und brüteten sie im Labor bei verschiedenen Temperaturen aus. Dabei hatte die Temperatur besonders zu Beginn der Entwicklung einen deutlich Einfluss auf die Küken: Aus den bei 31 Grad gelagerten Eiern schlüpften fast 80 Prozent männliche Küken, während bei 36 Grad über 70 Prozent des Nachwuchses weiblich waren. Bei 34 Grad war das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Sowohl bei der höheren als auch bei der niedrigeren Temperatur starben mehr Embryonen während der Entwicklung ab als bei 34 Grad.

Ein ähnlicher Einfluss der Umgebungstemperatur auf das Geschlechterverhältnis ist auch bei Eidechsen bekannt. Hier entscheidet sich das Geschlecht des Nachwuchses jedoch erst während der Entwicklung des Eis, während es bei Vögeln von Geschlechtschromosomen bestimmt und schon im Moment der Befruchtung festgelegt wird. Wie genau daher die Umgebungstemperatur das Geschlechterverhältnis beeinflusst, können die Forscher noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass bei niedrigeren Bruttemperaturen mehr weibliche und bei höheren Temperaturen mehr männliche Embryonen absterben und sich das Geschlechterverhältnis auf diese Weise verschiebt.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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