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Neu entdeckter Beutelräuber wird nach dem Tierfilmer und Naturforscher benannt

David Attenborough steht Pate für einen Beutellöwen

Microleo
So könnte der kleine Beutellöwe Microleo attenboroughi zu Lebzeiten ausgesehen haben. (Grafik: Peter Schouten)
Für sein Engagement geehrt: Der britische Naturforscher und Tierfilmer Sir David Attenborough steht Pate für ein neuentdecktes Fossil. Ein kleiner, vor 19 Millionen Jahren lebender Beutellöwe wird ihm zu Ehren Microleo attenboroughi getauft.

Entdeckt wurde die zuvor unbekannte Beuteltierart in der Riversleigh World Heritage Area in Australien – einem Gebiet im Nordwesten von Queensland, für deren Erhalt sich der Naturforscher David Attenborough einsetzt. Er beschrieb dieses Areal einmal als eine der vier wichtigsten Fossilfundstätten der Erde.

Mini-Beutellöwe im Urzeit-Regenwald

Vor rund 19 Millionen Jahren wuchs an diesem Gebiet ein üppiger Regenwald, an dessen Grund zahlreiche Tümpel lagen. In den Kalksedimenten dieser Tümpel haben sich bis heute die Überreste vieler Tiere und Pflanzen der damaligen Zeit erhalten. Paläontologen entdeckten dort bereits Fossilien von prähistorischen Kängurus, Beuteldachsen, Schnabeltieren, winzigen Koalas und unzählige Relikte von Fledermäusen. Fischen, Schildkröten, Schlangen und Vögeln, darunter den ältesten bekannten Papagei Australiens.

Jetzt förderten die Wissenschaftler dort auch den Schädel und Zähne eines ungewöhnlich kleinen Beutellöwen zutage. Statt so groß wie ein Löwe oder Luchs, wie die bisher bekannte Arten von Beutellöwen, war dieser nur so groß wie ein Chihuahua. „Er ähnelte eher einem niedlichen, aber durchaus wehrhaften Katzenjungen und wog nur rund 60 Gramm“, berichtet Anna Gillespie von der University of New South Wales.

Scharfe Zähne und gute Kletterkünste

Die Forscher tauften den kleinen Beutellöwen Microleo attenboroughi – nach seiner geringen Größe und dem bekannten Naturforscher David Attenborough. Dennoch war diese Miniatur-Ausgabe eines Beutellöwen zu Lebzeiten durchaus beachtlich: „Trotz seiner relativ kleinen Größe war dieser Räuber in seiner Lebensgemeinschaft im Regenwald von Riversleigh wahrscheinlich sogar einer der größeren Fleischfresser“, erklärt Gillespies Kollege Mike Archer. Wie seine großen Verwandten besaß der kleine Beutellöwe die typisch vergrößerten, messerscharfen Reißzähne dieser Räuber.

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Zudem war der Mini-Beutellöwe vermutlich ein guter Kletterer. „Microleo kletterte wahrscheinlich in den Baumkronen herum und jagte dort Insekten und kleine Wirbeltiere wie Echsen und Vögel“, sagt Gillespie. „Gleichzeitig versuchte er zu vermeiden, seinerseits zur Beute seiner größeren Verwandten zu werden.“ Denn neben ihm kamen im gleichen Gebiet noch zwei größere Arten der Beutellöwen vor – einer katzengroß, der andere so groß wie ein Hund.

Bisher haben die Forscher von Microleo attenboroughi nur einen Schädel gefunden. „Es bleiben daher spannende Fragen über seine Lebensweise und Gestalt offen“, sagt Archer. Unklar ist beispielsweise, ob auch Microleo eine vergrößerte „Tötungskralle“ an seinen Vorderbeinen trug, wie seine großen Verwandten. Weitere Funde könnte dies künftig klären.

Quelle: University of New South Wales

© natur.de – Nadja Podbregar
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