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Jagdsaison der arktischen Riesen hat sich um sieben Wochen verkürzt

Den Eisbären schmilzt der Lebensraum weg

Eisbär
Trägt es mich noch? Ein Eisbär testet die Tragfähigkeit des dünnen Meereises (Foto: Mario Hoppmann/ imaggeo.egu.eu)
Es wird eng für die Eisbären der Arktis: Das für sie so wichtige Meereis schwindet in allen Gebieten, in denen die Polarbären leben, wie eine Studie zeigt. Die jährliche Eissaison hat sich seit 1979 um sieben Wochen verkürzt – und damit auch die Zeit, in der die Bären auf dem Eis Robben jagen können.

Eisbären haben es nicht leicht: Für eine erfolgreiche Jagd sind sie auf ein zugefrorenes Meer oder zumindest tragfähige Eisschollen angewiesen. Denn dort lauern sie auf Robben, ihre Hauptbeute. „Das Meereis ist wirklich ihre Lebensplattform“, erklärt Kristin Laidre von der University of Washington. „Sie können zwar einen Teil des Jahres an Land existieren, aber nur auf dem Meereis fangen sie ihre wichtigste Beute.“

Meereis wieder stark geschrumpft

Doch genau das ist das Problem: Durch den Klimawandel erwärmt sich die Arktis überproportional stark und das Meereis schwindet. Im September 2016 hat die Ausdehnung der Eisflächen den zweitgeringsten Wert seit Beginn der Satellitenmessungen erreicht, im Frühsommer war die Eisfläche sogar so gering wie noch nie zu dieser Zeit, wie Klimaforscher der Universität Hamburg gerade erst berichteten. Zudem gibt es zurzeit selbst nahe des Nordpols viele offene Wasserstellen.

Bisher hatten Biologen die Hoffnung, dass vielleicht der Lebensraum einiger der 19 bekannten Eisbär-Populationen der Arktis weniger stark vom Eisschwund betroffen sein könnte. Doch die Studie von Laidre und ihren Kollegen torpediert nun leider diese Hoffnung. Sie haben erstmals die Meereisentwicklung in allen Eisbär-Gebieten genauer untersucht und ermittelt, wann die Bären auf das Land ausweichen müssen.

Sieben Wochen weniger Zeit fürs Jagen

Das Ergebnis: Der eisige Lebensraum der Eisbären wird nicht nur immer kleiner, das Eis taut auch im Sommer immer früher und bildet sich im Winter später. In den letzten 35 Jahren hat sich die Zeit, in der das Meereis die Bären tragen kann, um insgesamt sieben Wochen verkürzt – Zeit, die den Eisbären von ihrer Jagdsaison abgeht. Gleichzeitig schrumpfte auch die Fläche des eisbedeckten Polarmeeres.

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„Gerade Frühjahr und Herbst sind für die Eisbären enorm wichtig“, erklärt Laidre. „Denn im Herbst ist Paarungszeit und im Frühjahr kommen die Weibchen mit ihren Jungen aus ihren Höhlen und haben dann monatelang nichts gefressen.“ Ist dann das Meereis schon weg oder noch nicht gebildet, finden die Eisbären keine Partner oder verhungern.

Und auch ein Refugium gibt es nirgendwo: Alle 19 Verbreitungsgebiete der arktischen Eisbären sind von dieser Entwicklung betroffen, wie die Forscher feststellten. Überall hat sich die Zeit des vereisten Polarmeeres verkürzt. Und die Aussichten sind schlecht: „Wenn der Trend so weitergeht wie bisher, dann werden die Eisbären bis 2050 sechs bis sieben weitere Wochen von ihrer Jagdsaison verlieren“, sagt Laidres Kollege Harry Stern.

Quelle: European Geosciences Union (EGU), Fachartikel: The Cryposphere, doi: 10.5194/tc-10-2027-2016

© natur.de – Nadja Podbregar
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