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Erde|Umwelt

Der Dino mit der dicken Stupsnase

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Ein wuchtiger Rückenschild, spitze Hörner und eine schnabelförmige Schnauze – diese bizarren Merkmale haben die Vertreter aus der Dinosaurier-Gruppe der Ceratopsidae berühmt gemacht. Nun haben US-Paläontologen den Kolossen der Kreidezeit eine bisher unbekannte Art hinzugefügt: Nasutoceratops titusi. In diesem wissenschaftlichen Namen steckt bereits, was den Dino besonders machte: Seine Nase war im Vergleich zu anderen Ceratopsiden breit und kurz. Außerdem besaß Nasutoceratops ungewöhnliche Hörner über den Augen: Sie waren nicht wie bei anderen Arten speerartig, sondern geschwungen und nach vorn gerichtet.

Sie stapften einst durch die Landschaften des heutigen Nordamerikas: Die Ceratopsidae brachten hier vor rund 83 bis 66 Millionen Jahren in erdgeschichtlich kurzer Zeit eine große Artenvielfalt hervor – viele unterschiedliche Vertreter, die sich in Größe und Merkmalen unterschieden. Der Grundbauplan dieser Pflanzenfresser war aber stets ähnlich: Sie besaßen einen stämmigen Körperbau, Hornfortsätze auf dem Schädel sowie einen breiten Nackenschild. Man geht heute davon aus, dass die Hörner und der Schild vermutlich weniger der Feindabwehr dienten, sondern eher der Identifikation und Auseinandersetzung mit Artgenossen – ähnlich wie bei den heutigen Hirschen. Das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit machte auch den Ceratopsiden den Garaus: Wie alle Nichtvogel-Dinosaurier verschwanden sie von der Bühne der Evolution. Doch nicht spurlos: In Fossilienfundstätten haben sich ihre Überreste erhalten – so auch die des neuen Vertreters mit der witzigen Nase und den Kuh-Hörnern.

 

Die Paläontologen um Scott Sampson vom Denver Museum of Nature and Science in Denver entdeckten die Überreste mehrerer Individuen von Nasutoceratops in einer Lagerstätte im US-Bundestaat Utah. Die Funde umfassen einen sehr gut erhaltenen Schädel und viele andere Skelettteile. Den Schätzungen der Forscher zufolge waren die Tiere etwa fünf Meter lang und rund 2,5 Tonnen schwer. Die Rekonstruktion anhand der Schädelanatomie machte die ungewöhnliche Schnauzen- und Horn-Form deutlich. Warum Nasutoceratops diese besonderen Eigenschaften besaß, bleibt allerdings unklar.

 

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Viele Kolosse auf einer relativ kleinen Landmasse

 

Die Tiere bevölkerten vor etwa 76 Millionen Jahren einen Teil Nordamerikas, den man Laramidia nennt. Er erstreckte sich von Mexiko im Süden bis Alaska im Norden. Auf dieser langgestreckten Landmasse lebte Nasutoceratops im heutigen Utah zur gleichen Zeit, wie andere seiner Verwandten im weiter nördlich gelegenen Alberta. Dieser Befund sei ein starker Hinweis für den sogenannten Provinzialismus der Dinosaurier auf Laramidia, sagen die Forscher: In der späten Kreidezeit hatten sich im Norden und Süden offenbar unterschiedliche Dino-Gemeinschaften entwickelt.

 

Der Befund des „Dinosaurier Provinzialismus“ auf Laramidia ist besonders interessant, da es sich um riesige Tiere auf einer vergleichsweise kleinen Landmasse handelte. Zum Vergleich: Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es heute fünf große Tierarten. Laramidia besaß nur etwa ein Viertel der Größe Afrikas und dennoch lebten hier mindestens zwei Dutzend riesige Dinosaurierarten. „Wir wollen in zukünftigen Untersuchsuchungen herausfinden, wie die Riesen koexistieren konnten“, sagt Co-Autor Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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