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Erde|Umwelt

Der Lauscher beim Liebesakt…

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Bärenpaviane belauschen ihre Artgenossen beim Sex, um den Zustand der Paarbeziehung abzuschätzen. Foto: Harald Süpfle, Wikipedia
Pavianmännchen belauschen Paare beim Sex und schließen aus den Geräuschen auf den aktuellen Stand der Beziehung zwischen den Partnern, haben amerikanische Biologen beobachtet. Auf diese Weise kommen auch Männchen mit einem niedrigen gesellschaftlichen Rang bei den paarungsbereiten Weibchen zum Zug: In kurzen Pausen oder bei kleinen Streitigkeiten zwischen den Partnern nähern sie sich sofort dem Weibchen und paaren sich selbst mit ihm, wie die Studie in einer Gruppe freilebender Bärenpaviane im Moremi-Wildreservat in Botswana zeigt.

Paarbeziehungen sind bei Pavianen ziemlich komplex: Zwar gehen die Weibchen in ihrer fruchtbaren Phase enge Partnerschaften mit einzelnen Männchen ? meist den dominantesten ? ein, in denen das Männchen dem Weibchen praktisch nicht von der Seite weicht. Diese Verbindungen sind jedoch nur vorübergehend, sie können nach wenigen Stunden bereits wieder vorbei sein oder aber auch mehrere Tage bis Wochen andauern. Zusätzlich gibt es innerhalb der Beziehungen immer wieder kurze Phasen, in denen ein Streit zwischen den Partnern ausbricht oder das Weibchen für kurze Zeit von dem Männchen getrennt ist. Lediglich in solchen Phasen haben die rangniederen Männchen aus der Gruppe die Chance, sich mit den Weibchen zu paaren.

Wann eine solche Phase eintritt, entscheiden die Männchen anscheinend nach Gehör, schließen die Wissenschaftler aus ihrer Studie. Dabei hatten sie zwei Lautsprecher links und rechts von einem Pavian in jeweils zwanzig Metern Entfernung aufgestellt und aus einem die Grunzlaute eines dominanten Männchen und aus dem anderen die typischen Kopulationsschreie eines Weibchens erklingen lassen. Sechs von neun Testaffen ließen daraufhin augenblicklich das Futter fallen, mit dem sie sich gerade beschäftigten, und liefen direkt auf das vermeintliche Weibchen zu. Die Paviane hatten wohl aus dem Abstand zwischen den Geräuschquellen geschlossen, dass sich das Paar kurzfristig getrennt hatte und das Weibchen gerade einem anderen Männchen seine Gunst erwies, erklären die Forscher. Ließen die Geräusche hingegen darauf schließen, dass das Weibchen gerade Sex mit seinem eigenen Partner hatte, reagierten die anderen Männchen praktisch gar nicht auf die Schreie.

Die Ergebnisse bekräftigen die Vermutung, dass Paviane und andere Affen die sozialen Beziehungen innerhalb ihrer Gruppe anhand einer ganzen Reihe von Parametern abschätzen, von denen zumindest bei Männchen-Weibchen-Partnerschaften die räumliche Nähe zwischen zwei Tieren einer der entscheidensten ist. Zusätzlich sind sie demnach eindeutig in der Lage, zu erfassen, dass viele dieser Beziehungen lediglich zeitlich befristet existieren, so die Forscher.

Catherine Crockford (Universität von Pennsylvania, Philadelphia) et al.: Animal Behaviour, Bd. 73, S. 885 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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