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Klimawandel in der Arktis

Die große Schmelze

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Dolomiten
Es war einer der heißesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. In der Arktis ist das Meereis massiv geschmolzen und hat an einer Fläche verloren, die so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen. Von Dirk Liesemer

Fotolia_31171715_XS-250.jpg Den deutschen Klimaforschungsinstituten zufolge ist die Arktis auf 3,4 Millionen Quadratkilometern geschrumpft. Möglicherweise – die Messungen sind nicht eindeutig – ist die Eiskappe in diesem Jahr so winzig wie seit 1500 Jahren nicht. In den vergangenen drei Dekaden ist die Eisdecke um mehr als die Hälfte geschrumpft: von 2,5 Metern auf heute einen Meter. Im Zentrum der Arktis ist das Meereis im Mittel nur noch bei 90 Zentimetern. Als Ursache für die rapide Eisschmelze sehen Wissenschaftler den von der Menschheit verursachten Klimawandel. Schwankungen in der Erdumlaufbahn, kosmische Strahlung oder natürliche Windströmungen schließen sie aus.

Zudem weisen sie auf einen Rückkopplungseffekt hin: Wenn weniger helles Eis das Sonnenlicht ins All zurückstrahlt und mehr dunkle Ozeanflächen Wärme aufnehmen, heizt das die globale Erwärmung weiter an. Das Schmelzen wirkt sich bis Deutschland aus. Luftströmungen verändern sich. Die Wahrscheinlichkeit von sehr kalten Wintern nimmt zu. Klimaforscher nehmen an, dass der arktische Ozean schon in wenigen Jahrzehnten im Sommer fast eisfrei sein könnte.

Auch in den Alpen ändert sich die hochalpine Landschaft seit Jahren in einem Rekordtempo: In Tirol sind allein in der letzten Dekade die Eisflächen um rund ein Fünftel geschrumpft. In der Schweiz ließ sich bis vor ein paar Jahren noch auf vier Gletschern ganzjährig Skifahren. Und in der Val d’Aosta-Region fehlt mittlerweile ein Viertel der Eiskuppen. Selbst mit den gigantisch-anmutenden Folien, die auf manchen italienischen Gletschern liegen, lässt sich die Schmelze bestenfalls verzögern.

Manchmal gibt es jedoch auch ein Stück Geschichte frei: So fand ein Rettungsteam auf einer Routinetour am 3289 Meter hohen Ago di Nardis in den Dolomiten seltsam rostige Gegenstände: Sie stammen nicht von einem bisher unbekannten Ötzi. Vielmehr handelt es sich um 200 Stück Munition aus dem Ersten Weltkrieg. Damals kämpften hier italienische Einheiten gegen österreichisch-ungarische Truppen. Vermutlich wurde die Munition einst in einer Art Depot vergraben.

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Bild: Fotolia

© natur.de – Dirk Liesemer
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Apra|xie  〈f. 19; Med.〉 Störung der Koordination von Handlungs– u. Bewegungsabläufen infolge einer Schädigung des Gehirns, z. B. nach einem Schlaganfall [zu grch. apraxia … mehr

Rhyth|mus|grup|pe  〈f. 19; Mus.〉 Instrumentengruppe, die im Gegensatz zur melodieführenden Gruppe nur den Rhythmus eines Musikstückes erzeugt (im Jazz z. B. Schlagzeug, Percussion, Rhythmusgitarre, Bassgitarre u. Piano)

Ge|fäß|sys|tem  〈n. 11; Anat.〉 Hohlraumsystem im Körper hochentwickelter Tiere, in dem eine Flüssigkeit (Blut) strömt, die dem Stofftransport dient

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