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Erde|Umwelt

Die letzten ihrer Art

Von etwa sieben bedrohten Landwirbeltierarten befindet sich nur eine in der Obhut des Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von deutschen und US-amerikanischen Forschern. Sie fordern eine Verbesserung dieser Quote, um den bedrohten Arten eine Lebensversicherung zu leisten. Außerdem sei bessere internationale Zusammenarbeit bei Zuchtprogrammen nötig, damit sich langfristig die Bestände in freier Wildbahn durch Auswilderungen wieder stabilisieren können.

Wie viele gefährdete Spezies bereits in Zoos vorkommen, berechneten die Forscher aus Daten des sogenannten International Species Information System (ISIS). Im Detail zeigte die Analyse, dass von allen bedrohten Säugetierarten nur 20 bis 25 Prozent in Gefangenschaft gehalten werden. Bei den Vögeln ergaben sich insgesamt ähnliche Werte. Für die akut vom Aussterben bedrohten Vogelarten ist die Quote allerdings deutlich niedriger: Nur neun Prozent haben einen ihrer letzten Vertreter in Tiergärten. Dem Schutz der Amphibien wird offenbar die geringste Bedeutung zugesprochen. Nur drei Prozent der bedrohten Arten von Frosch und Co werden in Terrarien gehalten.

Zoos seien nicht nur Ausflugsziele für die Menschen, um die Vielfalt der Tierwelt zu bestaunen, betonen die Forscher: In den einzelnen Zoos sei die Zahl der bedrohten Arten und Individuen zwar immer noch zu gering, schließen sich aber mehrere Institutionen zusammen, stecke in den Zoologischen Gärten insgesamt ein beachtliches Potenzial für die Nachzucht bedrohter Tierarten. Die Wissenschaftler plädieren dabei auch für die Entwicklung von Spezialzoos, die sich auf die Aufzucht einer oder weniger Arten konzentrieren. Diese Spezialisierung verbessere meist den Zuchterfolg.

Wie erfolgreich die Nachzucht in Gefangenschaft die Arterhaltung fördern kann, hat sich bereits erwiesen: Unter den 68 Wirbeltierarten, deren Gefährdungsstatus kürzlich wieder herabstuft werden konnte, habe die Nachzucht in Tierparks bei 17 Spezies eine entscheidende Rolle gespielt. Darunter waren beispielsweise das Przewalski-Pferd und der Kalifornischer Kondor. Außerdem liefern die Zuchtprogramme wichtige Daten auch für den Artenschutz in der freien Wildbahn: Wann die Geschlechtsreife beginnt, Vermehrungsraten und vieles mehr seinen wichtige Informationen, die bei vielen Tierarten bisher noch fehlen, sagen die Wissenschaftler.

Alexander Scheuerlein (Max-Planck-Institut für Demografische Forschung, Rostock) et al: Science, Bd. 331, S. 1390 dapd/wissenschaft.de – Martin Vieweg
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Mas|sen|aus|gleich  〈m. 1; Tech.〉 durch eine Gegenlast bewirkter Ausgleich unsymmetrischer rotierender Körper

♦ elek|tro|che|misch  〈[–çe–] Adj.〉 auf Elektrochemie beruhend, mit ihrer Hilfe

♦ Die Buchstabenfolge elek|tr… kann in Fremdwörtern auch elekt|r… getrennt werden.

Schei|tel|kreis  〈m. 1; Astron.〉 Großkreis durch Zenit, Gestirn u. Nadir

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