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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Diskussion um Tschernobyl-Folgen in Großbritannien

Eine Studie zu den Folgen des Tschernobyl-Desasters sorgt in Großbritannien für Aufregung. Der Statistiker John Urquhart sagte dem Wissenschaftsmagazin New Scientist, dass die radioaktive Strahlung nach dem Unglück für zusätzliche Todesfälle bei Babys sowie für vermehrte Missbildungen verantwortlich sei.

Der Forscher hatte 80.000 Fälle von Geburtsdefekten zwischen 1983 und 1992 untersucht. Er stellte fest, dass die Rate von Defekten in fünf von fünfzehn Bezirken in England und Wales in den Jahren 1986 bis 1989 anstieg. Es kamen nach seinen Berechnungen 600 Kinder mehr als gewöhnlich mit Missbildungen wie dem Down-Syndrom, mit offenem Rücken oder Mund-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt. Außerdem seien etwa 200 zusätzliche Todesfälle von Kindern bis zum 1. Lebensjahr zu verzeichnen gewesen.

Urquhart vermutet, dass der radioaktive Fallout das Immunsystem der Kinder oder der Eltern geschwächt haben könnte, so dass Krankheitserreger wie Viren ein leichteres Spiel hatten. Seine Studie schließt andere Gründe für den Anstieg der Missbildungen und Todesfälle allerdings nicht aus.

Andere Experten zweifeln die Studie derweil an. Michael Clark von der britischen Organisation National Radiological Protection Board sagte in BBC Online, dass die radioaktive Wolke des Tschernobyl-Unglücks nur über Nordengland und Nord-Wales hinweg gezogen und ausgefallen sei. Einige der auffälligen Bezirke liegen aber im Süden und Südwesten der Insel. Zudem hätten Studien in anderen Ländern, unter anderem in Deutschland, Ungarn und der Ukraine selbst, keinen Hinweis auf eine erhöhte Kindersterblichkeit gegeben.

Ute Kehse
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