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Erinnerungswürdige Weichenstellung

Das Gehirn kann sich nicht immer alles gleich gut merken: Nur wenn es sich schon vor einem Erlebnis in der richtigen Verfassung befindet, wird die Erinnerung daran ins Langzeitgedächtnis übernommen, haben britische Wissenschaftler entdeckt. Entscheidend für die Aufnahmefähigkeit ist dabei ein Anstieg der Aktivität in Gehirnbereichen hinter der Stirn, der schon Sekunden vor dem eigentlichen Ereignis erfolgt. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass lediglich die Gehirnaktivität nach einem Erlebnis dafür verantwortlich ist, wie gut sich ein Proband später daran erinnert.

Die Wissenschaftler führten mit den Teilnehmern der Studie verschiedene Sprachtests an einem Monitor durch. Dabei sollten sich die Probanden entweder auf die Bedeutung eines gezeigten Wortes konzentrieren oder auf die Abfolge der Buchstaben. Welche der beiden Aufgaben an der Reihe war, wurde ihnen wenige Sekunden vor Erscheinen des Wortes durch ein Symbol auf dem Bildschirm mitgeteilt. Während dieser Tests zeichneten die Wissenschaftler mithilfe mehrerer Elektroden auf der Kopfhaut die Gehirnströme der Teilnehmer auf. Knapp eine Stunde später testeten sie schließlich noch, an welche Wörter sich die Probanden erinnern konnten und an welche nicht.

Wie erwartet, blieben die Wörter besser im Gedächtnis haften, bei denen sich die Teilnehmer auf die Bedeutung konzentriert hatten. Interessanterweise spiegelte sich das jedoch bereits in den Gehirnströmen wider, bevor die Probanden die Wörter überhaupt zu Gesicht bekommen hatten: Das Zeichen, das die Aufgabe „Wortbedeutung“ signalisierte, ging mit einem deutlichen Anstieg der Spannung in den Gehirnbereichen hinter der Stirn einher, entdeckten die Forscher. Bei dem anderen Signal war ein solcher Anstieg dagegen nicht nachweisbar.

Demnach spielt nicht nur, wie bislang angenommen, die Nervenaktivität nach oder während eines Ereignisses eine Rolle bei der Erinnerungsbildung, sondern auch die davor, schreiben die Forscher. Wie dieser Einfluss zustande kommt, können sie jedoch noch nicht sagen. Denkbar wäre beispielsweise, dass die Aufmerksamkeit gezielter auf die kommende Aufgabe gelenkt wird oder dass Ressourcen aktiviert werden, die für Wortbedeutungen zuständig sind. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen und möglicherweise neue Lernstrategien entwickeln zu können, wollen die Forscher nun die aktivierten Gehirnregionen mit einem bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie identifizieren.

Leun Otten (University College, London) et al.: Nature Neuroscience, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nn1663 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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